Infront Übernahme durch chinesische Wanda-Gruppe ist in trockenen Tüchern

Dienstag, 07. Juli 2015
Infront-Chef Philippe Blatter
Infront-Chef Philippe Blatter

Die chinesische Wanda-Gruppe hat endgültig die Mehrheit am Schweizer Sportrechte-Vermarkters Infront erworben. Wie das Unternehmen mitteilt, ist der bereits im Frühjahr angekündigte Deal nun über die Bühne gegangen.

Die chinesische Wanda-Gruppe hatte im Februar angekündigt, die Mehrheit am Schweizer Sportrechte-Vermarkters Infront zu erwerben. Dazu hat das Unternehmen nun wie geplant für rund 1,05 Milliarden Euro die Anteile des Finanzinvestors Bridgepoint übernommen. Wanda stelle künftig mit Topmanager Lincoln Zhang auch den Aufsichtsratschef. Die Chinesen hatten sich im Februar in einem Bieterwettbewerb durchgesetzt und erhalten mit dem Deal 68,2 Prozent der Anteile.

Executive-Direktor des Sportrechtehändlers und Vermarktungspartners mehrerer Fußball-Bundesligisten ist Weltmeister Günther Netzer. Infront-Chef Philippe Blatter ist der Neffe des Präsidenten des Fußball-Weltverbands FifaSepp Blatter.

Den neuen Vorstoß in das Sportgeschäft will Wanda unter anderem dazu nutzen, Chinas Bewerbungen für große, internationale Sportereignisse zu unterstützen. Peking sowie Almaty in Kasachstan sind die letzten Bewerber für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022.

Wanda gilt als Chinas größter Immobilienkonzern und hält außerdem die größte Kino-Kette des Landes. Firmenchef Wang Jianlin ist einer der reichsten Chinesen. Zu dem Konzern gehören unter anderem Hotels, Einkaufszentren und der britische Yacht-Produzent Sunseeker. dpa

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