Influencerin "Klein aber Hannah" "Eine Marke muss mir vertrauen"

Freitag, 08. September 2017
Die Youtuberin "Klein aber Hannah" über Werbung in Zeiten von Social Media
Die Youtuberin "Klein aber Hannah" über Werbung in Zeiten von Social Media
Foto: Ebay Kleinanzeigen
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Hannah Thalhammer YouTube Asos H&M Influencer Mediakraft


In ihrem Youtube-Format "Werbung vs. Realität" nimmt Hannah Thalhammer als "Klein aber Hannah" Marken wie Mango, Asos oder H&M unter die Lupe - nicht immer mit positivem Ergebnis. Dass Fashionlabels trotzdem mit ihr kooperieren, hat Gründe: 1,3 Millionen Video Views monatlich und mehr als 220.000 Abonnenten. Im Interview mit HORIZONT spricht die Youtuberin über Authentizität, Werbekennzeichnung und die Herangehensweise bei Kooperationen.

Was muss eine Marke mitbringen, die zu Ihnen passt? Eine Marke muss sich auf mich einlassen und mir vertrauen. Ich weiß, was meine Zuschauer sehen möchten. Eine Marke kauft nicht meine Reichweite, sondern kommt zu mir, weil sie möchte, dass ich meinen Stil und meine kreative Leistung einbringe.

Honorierung und Authentizität – wie passt das zusammen? Ich kennzeichne Produktplatzierungen deutlich, um sie für die Zuschauer transparent zu machen. Weil ich grundsätzlich auch nur mit Brands zusammenarbeite, die zu mir passen, gibt es keine Probleme mit meiner Authentizität. Die Kennzeichnung von Werbung ist auch für uns wichtig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Fans eine gekennzeichnete Produktplatzierung sehr schätzen und ich viele positive Kommentare bekomme.

Wie sieht so eine Markenkooperation konkret aus? Gemeinsam mit unserem Partner Mediakraft und meinem Team der "Klein aber Video"-Agentur schaue ich mir sehr genau an, was wir für die Marke tun können. Das Wertvollste, das eine Marke bekommen kann, ist die Zeit mit ihren Zuschauern. Gibt es also noch kein Konzept oder Briefing, entwickeln wir einen Vorschlag, der unserer Erfahrung nach den höchsten ROI für die Marke bringt. Die Kooperation geht vom einzelnen Video bis zu einer umfassenden Zusammenarbeit über alle sozialen Netzwerke und einen längeren Zeitraum.

Was sollten Marken und Influencer bei der Zusammenarbeit außerdem beachten? Die Marke bekommt einen guten Eindruck, wie der Influencer die Kooperation angehen wird, indem sie sich seine bisherigen Zusammenarbeiten genau anschaut. Wenn eine Marke meine Videos sieht und sich denkt: "Oh mein Gott, das ist ja unmöglich", dann wäre es eben keine schlaue Idee, mit mir zu arbeiten. Eine Marke sollte nicht erwarten, dass der Creator etwas anderes liefern wird, als das was er sonst auch veröffentlicht. Ich würde aber kein Video veröffentlichen, das die beauftragende Marke vorher nicht gesehen hat. Das schützt die Marke vor bösen Überraschungen und umgekehrt mich vor Missverständnissen. Im Umkehrschluss muss ich die Marke unter die Lupe nehmen, um sicherzugehen, dass es keinen Konflikt mit meinen Werten gibt.

Interview: Vera Günther

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