Influencer Marketing Wie Premium-Hersteller mit Influencern arbeiten

Sonntag, 28. Mai 2017
Britta Schiefelbein ist Brand Communication Manager bei Yves Saint Laurent Beauté
Britta Schiefelbein ist Brand Communication Manager bei Yves Saint Laurent Beauté
Foto: L'Oréal Deutschland

Dank Instagram und Co werden aus Unbekannten Influencer-Stars und ihre Kanäle zu attraktiven Werbeplattformen: Egal, ob sich die Bloggerin Farina Opoku einem teuren Beauty-Treatment unterzieht, an einem Traumstrand liegt oder exklusive Mode-Events besucht – ihre 700000 Follower sind immer mit dabei. Der lockere Satz „Ich nehm euch natürlich mit“, den sie nahezu täglich in ihre Handykamera spricht, wird zum Programm. Das Werbepotenzial solcher Influencer haben auch Premium-Hersteller längst erkannt.

Marken über alle Branchen hinweg reißen sich um Kooperationen mit der 25-Jährigen. "Diese Multiplikatoren und Markenbotschafter erreichen Zielgruppen, die wir als Marke nie selbst erreichen würden. Daher betrachten wir Influencer-Marketing ganz klar als langfristigen Teil unserer Kommunikations- und Markenstrategie", erklärt Britta Schiefelbein, Brand Communication Manager bei Yves Saint Laurent Beauté.


Die täglich gewährten Einblicke in den Influencer-Alltag schaffen mehr Kundennähe und Authentizität, als es ein gesichtsloses Unternehmen oder ein Testimonial je bieten könnte. Faktoren, die in Zeiten von Werbeblockern und Banner-Blindheit zur Quintessenz werden können. So ist es kein Wunder, dass Farinas Gesicht bereits mehrere Kampagnen namhafter Marken aus dem Mode- und Beauty-Bereich zierte.
Influencer auf dem Laufsteg: Bonnie Strange (l.) und Farina Opoku für Riani
Influencer auf dem Laufsteg: Bonnie Strange (l.) und Farina Opoku für Riani (Bild: Riani)
Vor allem im Premium-Segment ist dieses Vertrauensverhältnis aufgrund von höheren Preis-Standards ausschlaggebend: Beim Kauf meint der Kunde, zu wissen, in was er investiert. Durch die stetige Präsenz der Influencer auf ihren Social-Media-Kanälen erhält er das Gefühl, der Empfehlung einer guten Freundin zu folgen. "Letztendlich wollen wir eine Beziehung aufbauen – Lovebrand sein: Für den Influencer ebenso wie für die Follower der Influencer", erläutert Schiefelbein. Zudem führt die enorme Produktvielfalt auf dem Markt bei vielen Kunden zum Wunsch nach einer Entscheidungshilfe – ein Bedürfnis, das der Influencer stillen kann.

Ob es dabei um Mode, Kosmetik, Automarken oder Reisen geht: All diese Bereiche beschäftigen sich mit den schönen Dingen des Lebens und lassen sich daher hervorragend in den Alltag der Influencer einbauen. "Blogger werden nicht nur als Inspirationsquelle gesehen, sondern oft auch als Vorbilder. Und wer lässt sich nicht gerne in eine Welt entführen, in der sich alles um Schönheit, Stil und Exklusivität dreht?", sagt Mona Buckenmaier, Brand Manager vom Modehaus Riani, das im Januar Influencer auf den Laufsteg schickte. Katrin Mayer, Junior Online Marketing Manager des internationalen Beauty-Unternehmens La Biosthetique, ergänzt: "Meiner Meinung nach gibt es kaum Segmente, die sich nicht eignen, sofern der Content passend dargestellt wird und sich in eine sinnige, zur Marke passende Story eingliedert."

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Obwohl die durch Influencer erreichte Zielgruppe primär junge Menschen sind, die Premiumprodukte oft noch gar nicht bezahlen können, sind Streuverluste kaum ein Thema: "Im Influencer-Marketing geht es auch um Image und Aufmerksamkeit. Wenn sich junge Menschen die Produkte im Moment noch nicht leisten können, dann vielleicht in den nächsten Jahren", sagt Buckenmaier. Johanna Christner

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