Imagekampagne Facebook startet erste TV-Spots in Deutschland

Dienstag, 15. November 2016
In den Spots kommen echte Facebook-Nutzer zu Wort
In den Spots kommen echte Facebook-Nutzer zu Wort
Foto: Facebook

Facebook läutet die nächste Phase seiner Image-Kampagne in Deutschland ein: Ab heute laufen auch im Fernsehen erstmals TV-Spots des Social Networks. Diese funktionieren nach der gleichen Mechanik wie schon die Anzeigenmotive, die seit Ende Oktober geschaltet werden: Echte Menschen sagen, welche Bedenken sie bei der Nutzung von Facebook haben - und Facebook liefert die Lösung des Problems in der Kampagne.
Insgesamt bringt Facebook fünf TV-Spots an den Start, zwei davon sind bereits zu sehen (Produktion: Radical Media, Regie: Ralf Schmerberg). Darin berichten Nutzer, dass sie bestimmte Inhalte nicht mit der ganzen Welt teilen wollen oder dass sie von manchen Facebook-Freunden zu viele Inhalte sehen. Alles kein Problem mit den Einstellungen zur Privatsphäre und der Abonnieren-Funktion, so die Aussage am Ende.
Die von Wieden + Kennedy kreierte Kampagne steht unter dem Motto "Mache Facebook zu deinem Facebook" und soll die Nutzer zum einen über die verschiedenen Funktionalitäten aufklären und sie zum anderen dazu animieren, sich stärker mit der Plattform und ihrer Funktionsweise auseinanderzusetzen. Sowohl die TV-Spots als auch die Plakat- und Anzeigenmotive zeigen dabei echte Nutzer, die sich nach Aufforderung des Unternehmens an Facebook gewendet und ihre Probleme und Bedenken mit der Plattform mitgeteilt haben. Dabei hat sich offensichtlich herausgestellt, dass die Kontrolle über die eigenen Inhalte zu den größten Sorgen der Nutzer gehört. "Mit der Kampagne verfolgen wir das Ziel, bestehende Nutzer darin zu stärken, die ihnen zur Verfügung stehenden Einstellungs- und Kontrollmöglichkeiten zu nutzen", sagte Facebooks-Kommunikationschefin für die DACH-Region Tina Kulow bei der Vorstellung der Kampagne. 
Facebook
Bild: Facebook

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Der erste Kampagnenflight läuft noch bis Mitte Dezember. Der Umgang der Plattform mit Hasskommentaren, der bereits seit Monaten Gegenstand teilweiser heftiger öffentlicher Debatten ist, wird in der Kampagne hingegen zunächst nicht thematisiert. Da soll sich jedoch noch ändern: "In den kommenden Wochen und Monaten werden wir unsere bestehenden Initiativen in Bezug auf Hassrede und Counterspeech sowie auch den Umgang mit Daten stärker adressieren", heißt es auf der Kampagnen-Website im Facebook-Newsroom.

Wegen dieser Theamtik beschäftigt sich aktuell die deutsche Justiz mit Facebook: Weil das Unternehmen angeblich nicht genug gegen Hatespeech tue, hat ein Würzburger Anwalt kürzlich CEO Mark Zuckerberg und weitere hochrangige Manager wegen Volksverhetzung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft München prüft derzeit ihre Zuständigkeit. ire
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