Ifa Microsofts Lehren aus dem Erfolg der Marke Apple

Montag, 08. September 2014
Alexander Krug, Mitglied der Chefredaktion "Computer-Bild" begrüßt Microsoft-Manager Rainer A. Kellerhals
Alexander Krug, Mitglied der Chefredaktion "Computer-Bild" begrüßt Microsoft-Manager Rainer A. Kellerhals
Foto: Foto: Axel Springer

Wie jedes Jahr machte die Berliner Konsumelektronikmesse Ifa vor allem durch ihre Größe Schlagzeilen, doch einen der spannendsten Einblicke in den Veränderungsprozess einer Traditionsmarke gewährte das für einen kleinen Teilnehmerkreis angelegte Dialogforum Telekommunikation und Unterhaltungselektronik von Axel Springer. Rainer A. Kellerhals Principal Business & Media Solutions, Microsoft, diskutierte hier mit Vodafone-Manager Marcello Maggioni das "Internet of Things 2.0" und gab zugleich einen spannenden Einblick in die neue Markenpositionierung des Unternehmens, bei der auch ein traditionsreicher Rivale Pate stand: Apple.
Für Kellerhals bewegt sich das von Bill Gates gegründete Software-Imperium in eine völlig neue Phase seiner Unternehmensgeschichte: "Historisch haben wir uns als die größte Software-Firma der Welt verstanden. Heute sehen wir uns als Unternehmen, das Software, Hardware und Netzwerkservices zu einem konsistenten Nutzererlebnis zusammenführt." Wie diese Welt der integrierten digitalen Nutzererlebnisse in Zukunft aussehen soll, hat Microsoft schon 2011 in einem Video visualisiert.
Auf diesem Weg hat die Datensicherheit für Microsoft eine völlig neue strategische Bedeutung. Während das Thema früher faktisch im Rahmen der Pflege der verschiedenen Software- und Onlinedienstprodukte eine Rolle spielte, entscheidet sich heute daran die Frage, ob die von Microsoft-CEO Satya Nadella skizzierten cloudbasierten neuen Geschäftsfelder tatsächlich Realität werden. Kellerhals: Wenn der Konsument nicht das Gefühl hat, dass die Cloud sicher ist, wird er sich auf eine Zukunft des cloudgestützen Computing kaum einlassen."

Ironie der Geschichte: Da die konsistente Nutzererfahrung sowohl on- wie auch offline für das Markenerlebnis immer wichtiger wird, beginnt Microsoft zunehmend von seinem Mantra abzuweichen, Software für wirklich alle Endgeräte liefern zu wollen. "Seit Windows 7 haben wir angefangen, bei den Hardware-Voraussetzungen sehr viel stringenter zu sein," sagt der Principal. Schloss das Unternehmen in der Vergangenheit Kompromisse zulasten der Performance, um auch bei einfachen Hardwarekonfigurationen noch verwendbar zu sein, hat jetzt die Nutzererfahrung Priorität: "Da haben wir gerade bei dem Einstieg in Mobile und Automotive sehr viel gelernt. Denn Verzögerungen, die man beim Betriebssystem seines Computers vielleicht noch toleriert, sind da völlig inakzeptabel."

Der Microsoft-Mann macht dabei kein Geheimnis daraus, dass das Unternehmen in diesem Prozess auch von seinem Erzrivalen Apple lernt: "Wenn man sich den Erfolg von Apple anschaut, dann hat der sehr viel damit zu tun, wie stringent hier die Hardware-Anforderungen gemanagt wurden. Dieser Weg ist der Richtige. Das haben wir auch für uns erkannt." Vor diesem Hintergrund wird auch die strategische Bedeutung von Microsofts MacBook-Air-Konkurrenten Surface Pro 3 deutlich. Das Gerät, das in seinen zwei ersten Versionen, dem Konzern vor allem Verluste bescherte soll beweisen, dass die Microsoft-Software bei der richtigen Hardware-Basis eine mit Apple konkurrenzfähige Nutzererfahrung liefern kann. cam
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