IBM KI "Watson" entwickelt für "Morgan" den perfekten Filmtrailer

Freitag, 02. September 2016
Diesen Trailer hat IBMs Künstliche Intelligenz "Watson" gefertigt
Diesen Trailer hat IBMs Künstliche Intelligenz "Watson" gefertigt
Foto: Screenshot Youtube
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IBM USA Filmtrailer John R. Smith Luke Scott 21st Century Fox


Heute startet in den USA der Science-Fiction-Film "Morgan". Darin geht es im Kern um die Erschaffung von künstlichem Leben und die damit verbundenen potentiellen Gefahren. Der Trailer dazu kommt ausgerechnet von "Watson", der Künstlichen Intelligenz von IBM. Es ist der erste Trailer der Filmgeschichte, der durch einen Algorithmus entstanden ist.
Darum geht es in dem Film konkret: Wissenschaftlern ist es gelungen, einen künstlichen Menschen namens Morgan (gespielt von Anya Taylor-Joyzu erschaffen, der jedoch sehr schnell intelligenter und stärker wird als ihre Erzeuger. Morgan lernt sehr schnell, kann nach wenigen Wochen laufen sowie sprechen und verfügt schließlich Fähigkeiten, die weit über das Menschliche hinausgehen. Weil sie zunehmend zur Gefahr wird, behandeln sie die Wissenschaftler jedoch nicht wie ein menschliches Wesen sondern halten sie wie eine Laborrate gefangen. Morgan versucht daraufhin zu fliehen. Der Film ist das Kino-Debut von Regisseur Luke Scott, dem Sohn von "Alien"-Regisseur Ridley Scott. Ab 1. Dezember soll er in den deutschen Kinos laufen.
Um das Film-Sujet auf eindrucksvolle Art und Weise zu transportieren, entschieden sich 21st Century Fox und die wissenschaftliche Abteilung von IBM, den Trailer von einer Künstlichen Intelligenz fertigen zu lassen. Genauer gesagt: von Watson, IBMs Supercomputer. Herausgekommen ist der erste von einer künstlichen Intelligenz erzeugte Kinotrailer:
Wie genau Watson das angestellt hat, erklärt IBM-Manager John R. Smith in einem Blogeintrag. Um den 60-Sekünder zu fertigen, analysierte Watson insgesamt 100 Trailer von Horrofilmen und unterteilte diese in Segmente. Diese Segmente wurden dann in drei Schritten untersucht:

1) Visuelle Analyse: Watson ist in der Lage, Personen, Objekte und die Szenerie zu erkennen. Die Künstliche Intelligenz ordnete jeder Person aus einer Datenbank von 24 Emotionen jeweils die passende zu und verknüpfte jede Szenerie mit einer von insgesamt 22.000 Kategorien, etwa "furchteinflößend".

2) Audio-Analyse: Watson untersuchte, welche Musik im Hintergrund spielte und welche Tonlage die sprechenden Charaktere aufwiesen. Das ist nötig, um der jeweiligen Szenerie ein Gefühl zuzuordnen.

3) Analyse der Szenen-Zusammensetzung: Hierbei wurde beispielsweise analysiert, welche Lichteinstellungen oder Locations für Spannung sorgen.

Mit dem Wissen, welche Szenen in der Regel für Trailer verwendet werden, anlysierte Watson den Film "Morgan" und filterte die passenden Stellen heraus. Das System entschied sich letztlich für 10 Sequenzen, aus denen dann ein Filmteam (mit echten Menschen) den Trailer zusammensetzte. Watson benötigte dafür gerade einmal 24 Stunden. Die traditionelle Herstellung eines Trailers nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch - Smith spricht von 10 bis 30 Tagen. Obendrein habe man Geld gespart, heißt es. Ob das Ergebnis letztlich gut ist, das will der IBM-Manager aber nicht bewerten: "Es gibt nicht die eine Wahrheit bei solch kreativen Projekten wie diesem." Das Endergebnis kann sich aber durchaus sehen lassen. ron
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