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Willkommen in der Mercedes-Me-Media-Welt
Mercedes-Benz

IAA Bei Live-Events schlägt Mercedes-Benz Apple

Willkommen in der Mercedes-Me-Media-Welt
Mercedes Me Media ist die neue Kommunikationsplattform der Stuttgarter Premiummarke. Die Contentmaschine nutzt konsequent die Möglichkeiten der Digitalisierung und erleichtert Redakteuren, Influencern und Bloggern die Arbeit. Durchaus möglich, dass Apple hier mal was lernen kann.
von Michael Reidel, Freitag, 15. September 2017

Es wird angestoßen. Kollegen umarmen sich. Gesichter strahlen. Die Freude ist greifbar. Am späten Montagabend ist in der Frankfurter Festhalle die Stimmung gut, bei einigen Mercedes-Mitarbeitern ist sie sogar großartig. Während beim traditionellen Konzernabend am Vortag der IAA-Pressetage mit dem Smart Vision EQ Fortwo und dem Mercedes AMG Project 0ne zwei Showcars erstmals zwei Zukunftsautos auf die Bühne rollten, spielte sich im Hintergrund und von vielen Gästen unbemerkt eine weitere Weltpremiere ab.


An dem Abend ging Mercedes Me Media live. Dahinter steht die neue Kommunikationsplattform von Mercedes-Benz, die künftig zur Schalt-, Sharing- und Informationszentrale für Multiplikatoren, Redakteure, Blogger und Influencer werden soll. Das könnte funktionieren, denn das Tool kann ziemlich viel, jedenfalls deutlich mehr als jede normale Presse- und Informationsseite, auch von Unternehmen, die sich gerne als technische Innovatoren feiern.
Willkommen in der Mercedes-Me-Media-Welt
Willkommen in der Mercedes-Me-Media-Welt (Bild: Mercedes-Benz)
Zwei Beispiele: Seit der IAA können Besucher der Site Events live auf ihren Screens verfolgen. Allerdings nicht nur im einfachen Frontalbild. Insgesamt vier Kameraperspektiven bietet Mercedes dem Betrachter an. Man kann sich alle vier gleichzeitig auf den Schirm holen oder beispielsweise nur den Sprecher oder das präsentierte Fahrzeug. Der Zuschauer wird hier zu seinem eigenen Regisseur. Er kann zudem jederzeit Screenshots von dem Bild machen und diese sofort teilen. „Wir wollen dem User ein möglichst realistisches Bild von der Veranstaltung ermöglichen. Er soll das Gefühl haben, live dabei zu sein“, begründet Tobias Müller den Aufwand. Der Head of Lifestyle, Brand & Socal Media Communications Mercedes-Benz Cars hat diese Idee im Bereich von Bettina Fetzer, Leiterin Globale Kommunikation Mercedes-Benz Cars, gemeinsam mit einem Projektteam bestehend aus Kommunikations- und IT- Experten umgesetzt. Beteiligt ist zudem die Agentur Compuccino mit Sitz in Berlin. Insgesamthatte die Mannschaft zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet. Allein ein Jahr ging für die Umsetzung drauf, programmieren, testen, verbessern, Systeme zusammenführen. Das Ergebnis ist ein Tool, das zeigt, an welchen Stellen selbst so gefeierte Unternehmen wie Apple noch nachlegen können.
Livebild sehen und die Rede - Mercedes-Me macht es möglich
Livebild sehen und die Rede - Mercedes-Me macht es möglich (Bild: Mercedes-Benz)
Denn das System bietet mehr als nur Livebilder. Der Nutzer, Beispiel Nummer 2, kann sich die Transskripte der Redner anzeigen lassen. Er kann darin Textpassagen markieren, ausschneiden, in einen Warenkorb legen oder gleich twittern oder auf Facebook posten. Das ist Kommunikation in Echtzeit. Hinzu kommen Features wie Countdowns vor großen Events, direkte Einträge von Terminen in den eigenen Kalender, Media-Specials und ein Magazin, das täglich Nachrichten und Informationen aus der Mercedes-Welt zusammenträgt. Vieles automatisch von anderen Seiten aus der umfangreichen Contentwelt der Stuttgarter Premiummarke, viele Beiträge entstehen aber auch eigens für die Plattform. Aber es gibt auch extern erzeugte Inhalte, etwa an der Social Wall Posts aus der Welt der sozialen Netzwerken zu lesen - ungefiltert und auch, und das sehr bewusst, mit kritischen Stimmen. „Wir zensieren nicht, sondern sortieren lediglich Fake News aus“, sagt Müller. Das ist mutig, aber für Fetzer notwendig. „Ich glaube, man kann als Kommunikationsbereich nur überleben, wenn man transparent und konsequent ist.“ Und weil man so an Glaubwürdigkeit gewinnt.

Für die Plattform selbst gibt es noch andere Gründe. „Wir haben die Möglichkeit, Liveauftritte zu verlängern und so noch mehr Menschen  zu erreichen“, sagt Fetzer. Zudem schafft Mercedes ein Arbeitstool, das Medienschaffenden, vom Journalisten bis zum Influencer die Arbeit erleichtern soll. Ein weiterer Punkt. „Wir wollen für Multiplikatoren Mercedes Me Media als den digitalen Touchpoint mit unserer Marke etablieren.“ Will heißen: Auf der Seite meldet man sich mit seiner Mercedes ID an, die in der kompletten Mercedes me Welt funktioniert. Und das wird nicht das Ende sein. Das Angebot, soviel ist schon jetzt klar, soll weiter wachsen. mir

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