Horrorbilder auf Zigarettenschachteln Was die Tabakrichtlinie für Deutschland bedeutet

Freitag, 17. Oktober 2014
Mit Schockmotiven wie diesem will die EU Jugendliche vom Rauchen abhalten
Mit Schockmotiven wie diesem will die EU Jugendliche vom Rauchen abhalten
Foto: Foto: European Community

Horrorbilder auf Zigarettenpackungen sind in Ländern wie Australien schon lange im Einsatz. Jetzt hat sich auch die Europäische Kommission final auf einen Bilderkatalog des Grauens verständigt. HORIZONT Online zeigt die Motive und erklärt, worauf sich Tabakindustrie und Raucher in Deutschland einstellen müssen.
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Wer sich die  abschreckenden Motive für Zigarettenpackungen anschaut, auf die sich die Europäische Kommision nun verständigt hat, braucht Nerven wie Drahtseile. Zungenkrebs, Raucherbein, Teer-Lunge, verstümmelte Neugeborene - die Bilder könnten kaum verstörender sein. Laut CDU-Politiker Karl-Heinz Florenz, der als Europaabgeordneter an der Umsetzung der Tabakrichtlinie beteiligt war, ist das Grauen durchaus beabsichtigt. Wie Florenz im Gespräch mit HORIZONT Online erläutert, ging es beim finalen Auswahlprozess vor allem um eines: "Es sollte sichergestellt werden, dass die Motive vor allem auf junge Menschen abschreckend wirken." Eine Vorgabe, die Konsequenzen hatte. Laut Florenz kamen auf der Zielgeraden nun noch einige neue Motive hinzu, andere wurden gestrichen.

Kommen die Schockbilder auch nach Deutschland?

Auch wenn die Bundesregierung noch bis Mai 2016 Zeit hat, um die bereits verabschiedete Tabakproduktrichtlinie der EU in nationales Recht zu gießen - dass die Schockbilder auch nach Deutschland kommen, steht so gut wie fest. Die Countdown läuft bereits. Nach der Präsentation der Schockmotive haben Europaparlament und der Europäische Rat nun zwei Monate Zeit, um Einspruch einzulegen. Tun sie das nicht, was als sehr wahrscheinlich gilt, tritt die Regelung Ende 2014 in Kraft. Danach müssen die nationalen Regierungen die Tabakrichtlinie binnen anderthalb Jahren umsetzen.

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Der Spielraum ist dabei allerdings gering. So ist beispielsweise vorgeschrieben, dass sich alle EU-Länder bei der Auswahl der Warnhinweise aus dem nun verabschiedeten Katalog bedienen müssen. Neben Bildmotiven umfasst dieser auch diverse Warnhinweise in Textform, die jeweils zwingend mit bestimmten Bildmotiven auf den Verpackungen aufgebracht werden müssen. Verpflichtend ist auch, dass insgesamt 60 Prozent der Zigarettenverpackungen für Schockbilder und Warnhinweis reserviert werden. Das sogenannte Plain Packaging mit Einheitspackungen, das den Markenherstellern fast gar keinen Raum mehr zugesteht, fand in der EU-Kommission dagegen keine Mehrheit. Zurecht, wie Florenz findet: "So lange in Europa Zigaretten verkauft werden, müssen die Hersteller auch für sich werben dürfen", sagt der CDU-Politiker. 

Sprach sich gegen Plain Packaging aus: CDU-Politiker Karl-Heinz Florenz
Sprach sich gegen Plain Packaging aus: CDU-Politiker Karl-Heinz Florenz (Bild: Foto: Karl-Heinz Florenz)
Die Vorgaben gehen aber noch weiter. So werden die EU-Länder verpflichtet, die Schockbilder von Zeit zu Zeit auszutauschen. "Damit soll verhindert werden, dass die Menschen abstumpfen und die abschreckende Wirkung nachlässt", erläutert Florenz. Insgesamt drei Sets mit jeweils 14 Bildern und Warnhinweisen stellt die EU den Regierungen jeweils zur Verfügung. Diese könnten ab Mitte 2016, wenn die Schockbilder spätestens kommen, beispielsweise in einer jährlichen Rotation zum Einsatz kommen. Ob sich die Tabakindustrie kampflos geschlagen gibt, bleibt abzuwarten. Der Hamburger Reemtsma-Konzern denkt wie berichtet über eine Klage gegen die EU nach. mas
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