Horizont Brand Ticker Thyssen Krupp stark, Continental trotzt VW-Krise - aber Bosch hat zu kämpfen

Dienstag, 03. November 2015
Die Konzernzentrale von Thyssen Krupp in Essen
Die Konzernzentrale von Thyssen Krupp in Essen
Foto: Thyssen Krupp
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ThyssenKrupp Continental Montblanc Bosch


In diesem Monat stellt Thyssen Krupp seinen neuen Markenauftritt vor, im Oktober gehörte das Unternehmen zu den Marken mit dem höchsten Wertzuwachs. Auch Continental schlägt sich trotz der VW-Krise gut und legt kräftig zu. Das geht aus dem aktuellen Brand Ticker hervor, den das gleichnamige Schweizer Unternehmen gemeinsam mit der Markenberatung Spirit for Brands für HORIZONT erhebt.
Bereits seit zwölf Monaten ist "innovativ" das bei Thyssen Krupp am häufigsten genannte positive Attribut, während die negativen Themen an Bedeutung verloren haben. Das führt dazu, dass der Wertbeitrag der Marke um sechs Prozentpunkte auf 16 Prozent zugenommen hat, ein Wert auf Augenhöhe mit den relevanten Wettbewerbern. "Innovation und Verlässlichkeit sind dabei die wichtigsten Werttreiber, bei Qualität und Popularität weist Thyssen Krupp ungenutzte Wertpotentiale auf", so die Analysten. Das seien Faktoren, mit denen die neue Marke kommunikativ aufgeladen werden müsse.
Die Marke ThyssenKrupp konnte sich im vergangenen Monat in der Diskussion um Innovationen von der Branche, in der starke Marken wie Siemens, GE oder 3M vertreten sind, abheben. Innovation ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren des Unternehmens, welcher auch durch kommunikative Massnahmen gestützt wird.
Die Marke ThyssenKrupp konnte sich im vergangenen Monat in der Diskussion um Innovationen von der Branche, in der starke Marken wie Siemens, GE oder 3M vertreten sind, abheben. Innovation ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren des Unternehmens, welcher auch durch kommunikative Massnahmen gestützt wird. (Bild: The Brand Ticker)
Die Marken vieler Automobilzulieferer mussten im Zuge der VW-Affäre mit Problemen kämpfen, Continental bildet dabei eine positive Ausnahme. Die Ankündigung sehr guter Quartalszahlen sowie ein positiver Ausblick für die kommenden Monate ließen nicht nur den Börsenwert des Unternehmens rasant ansteigen. Auch die Marke konnte in dieser Zeit zusätzlichen Wert generieren. Nach einem negativen Trend trägt die Marke derzeit wieder knapp 20 Prozent zum Unternehmenswert bei.
Continental wird in den unterschiedlichen Medienkanälen als "zuverlässig“" "kompetent" und "erprobt" bezeichnet - deutlich regelmäßiger, als dies bei den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) der Fall ist. Dies ist nicht der einzige Erfolgsfaktor der Marke aber jener, der in der Industrie maßgebend ist und mit dem sich Continental deutlich auszeichnet.
Continental wird in den unterschiedlichen Medienkanälen als "zuverlässig“" "kompetent" und "erprobt" bezeichnet - deutlich regelmäßiger, als dies bei den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) der Fall ist. Dies ist nicht der einzige Erfolgsfaktor der Marke aber jener, der in der Industrie maßgebend ist und mit dem sich Continental deutlich auszeichnet. (Bild: The Brand Ticker)
Die Marke Linde konnte nach einem geschäftlich starken ersten Quartal 2015 in den letzten Monaten ebenfalls den positiven Erwartungen gerecht werden. Auch daraus verzeichnet die Marke ein Wertwachstum im Oktober, getrieben von der positiven Wahrnehmung als besonders "umweltfreundlich", "nachhaltig" und "verantwortungsbewusst".
"Umweltfreundlichkeit", "Nachhaltigkeit" und "Verantwortungsbewusstsein" waren die dominierenden Medienthemen rund um die Marke Linde. Sie wird mit diesen Assoziationen deutlich regelmäßiger in Verbindung gebracht als die Wettbewerbsmarken (blaue Linie).
"Umweltfreundlichkeit", "Nachhaltigkeit" und "Verantwortungsbewusstsein" waren die dominierenden Medienthemen rund um die Marke Linde. Sie wird mit diesen Assoziationen deutlich regelmäßiger in Verbindung gebracht als die Wettbewerbsmarken (blaue Linie). (Bild: The Brand Ticker)
Der Berg Montblanc ist neuesten Messungen zufolge in den vergangenen zwei Jahren gut einen Meter geschrumpft, für die Marke geht es dagegen weiter aufwärts: Montblanc bleibt pünktlich zum Weihnachtsgeschäft mit neuen Produkten im Gespräch. "Jenseits von kampagnenorientierter Markenwerbung nutzt die Marke Storytelling, kanalübergreifende Kommunikationsplattformen und Flagship-Stores, um ihre Positionierung weiter zu verankern", so die Analysten. Eine deutlich gesteigerte Brand Contribution von 65 Prozent ist das Ergebnis dieser Markenarbeit.
Die Marke Montblanc wird stärker als die Wettbewerbsmarken (blaue Linie) mit den Begriffen "authentisch", "kultig", "beeindruckend" aber auch mit "Prestige" in Verbindung gebracht. Die Kombination der Assoziationen trägt zum Profil bei, mit dem sich die Marke klar als Luxusmarke positionieren kann.
Die Marke Montblanc wird stärker als die Wettbewerbsmarken (blaue Linie) mit den Begriffen "authentisch", "kultig", "beeindruckend" aber auch mit "Prestige" in Verbindung gebracht. Die Kombination der Assoziationen trägt zum Profil bei, mit dem sich die Marke klar als Luxusmarke positionieren kann. (Bild: The Brand Ticker)
Die Markenikone Bosch ist im Oktober kommunikativ mit in den Strudel des VW-Skandals geraten. Als Lieferant von Messtechnik und Komponenten für Dieselmotoren ist sie Teil der negativen Berichterstattung und der Suche nach den Verantwortlichen geworden. Der Wertbeitrag der Marke liegt seit einem Jahr konstant bei circa 13 Prozent, das Profil der wichtigsten Werttreiber liegt über dem Wettbewerbsdurchschnitt. Gleiches gilt für den finanziellen Markenwert von Bosch. "Die Marke ist also aus heutiger Sicht sehr stabil aufgestellt, so dass gute Grundlagen für eine rasche Erholung der Wertschwäche gegeben sind, wenn diese Stärken kommunikativ genutzt werden", erwarten die Analysten. fam
Im Zuge des VW Skandals wurde die Kritik an der Marke Bosch laut. Auch wenn das fehlende Verantwortungsbewusstsein der Marke in der Diskussion bereits wieder abnimmt, hat diese Wahrnehmung ihre Spuren in vielen anderen Wahrnehmungsdimensionen hinterlassen.
Im Zuge des VW Skandals wurde die Kritik an der Marke Bosch laut. Auch wenn das fehlende Verantwortungsbewusstsein der Marke in der Diskussion bereits wieder abnimmt, hat diese Wahrnehmung ihre Spuren in vielen anderen Wahrnehmungsdimensionen hinterlassen. (Bild: The Brand Ticker)

HORIZONT Brand Ticker

Die Methode: The Brand Ticker misst in sozialen Netzwerken, Online- und Printmedien, wie tatsächlich über Unternehmen und Marken gesprochen wird. Die Ergebnisse verbindet ein Rechnenprogramm mit aktuellen Finanzmarktdaten, um so einen direkten Zusammenhang zwischen Image und Wertschöpfung der Marken zu ermitteln. Die Basis: Derzeit analysiert das Tool etwa 500 globale und 50 deutsche Marken. Das Programm arbeitet dabei mit sechs Suchsprachen (Deutsch, English, Spanisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch). Knapp zwei Millionen Medienbeiträge werden täglich für die Marken im Standardsortiment ausgewertet. Der Mix liegt bei den vorliegenden Resultaten bei etwa 50 Prozent Online-News, 20 Prozent Printmedien und 30 Prozent Social Media. Die Macher: Geschäftsführer von The Brand Ticker ist Nik Stucky. Er ist einer der profiliertesten Markenexperten der Schweiz und war jahrelang für das Markenrating von Interbrand verantwortlich. Deutscher Partner des Markenbewertungstool ist Spirit for Brands. Die junge Kölner Markenberatung wird geführt von Walter Brecht, einem Spezialisten für Markenstrategie und -führung.
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