Horizont Brand Ticker Kärcher und Commerzbank stark, Deutsche Bank verliert

Mittwoch, 03. Juni 2015
Szene aus dem aktuellen Kärcher-TV-Spot - auch deswegen legt die Marke zu
Szene aus dem aktuellen Kärcher-TV-Spot - auch deswegen legt die Marke zu
Foto: Kärcher
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Tempo, Google, Fön oder Tesafilm: Wenn Markennamen zum Gattungsbegriff werden, spricht das in der Regel für den Hersteller. Das gilt auch für die Firma Kärcher, deren Geräte nicht nur in der deutschen Sprache zum Synonym für Hochdruckreiniger geworden sind. Im HORIZONT Brand Ticker ist das baden-württembergische Unternehmen der größte Gewinner in puncto Markenwert.

Nach den Berechnungen der Schweizer Markenwertspezialisten The Brand Ticker und der Kölner Markenberatung Spirit for Brands war die Marke des Traditionskonzerns im Mai 1,35 Milliarden Euro wert - ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vormonat. "Die Marke macht zurzeit etwa 30 Prozent des Unternehmenswertes aus", so die Einschätzung der Analysten. Getrieben wurde der Wertzuwachs im abgelaufenen Monat unter anderem von einer TV-Kampagne, in der versunkene Bauwerke im Urwald mit dem Hochdruckreiniger freigelegt werden.

Die Marke Kärcher zeichnet sich insbesondere durch die überzeugende Leistung und Qualität der Produkte aus. Systematisch wird sie in den Medien mit den Attributen "leistungsstark", "kraftvoll" aber auch "erfolgreich" beschrieben - deutlich regelmässiger, als dies bei den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) der Fall ist.
Die Marke Kärcher zeichnet sich insbesondere durch die überzeugende Leistung und Qualität der Produkte aus. Systematisch wird sie in den Medien mit den Attributen "leistungsstark", "kraftvoll" aber auch "erfolgreich" beschrieben - deutlich regelmässiger, als dies bei den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) der Fall ist. (Bild: The Brand Ticker)
Ebenfalls stark unterwegs ist der Maschinenbauer Stihl. Der Markenwert legte im Mai um 11 Prozent auf 0,57 Milliarden Euro zu. Damit macht der Markenwert laut den Brand-Ticker-Spezialisten mittlerweile 35 Prozent des Unternehmenswertes aus. Zur Wertentwicklung der Marke tragen unter anderem die fortlaufenden Rekordmeldungen bei den Unternehmenskennzahlen bei. Allerdings hat das Unternehmen häufig mit Plagiaten zu kämpfen. "So ärgerlich dieser Kampf auch sein mag, so sehr adelt er aber auch die bisherige Markenarbeit", so die Analysten.
Die wahrgenommene Qualität der Marke Stihl war bereits auf hohem Niveau. Der Vorsprung konnte Stihl im vergangenen Monat gegenüber den Wettbewerbern (blaue Linie) nochmals deutlich vergrössern. Diese Wahrnehmung ist allerdings nicht der einzige Aspekt, welcher die Marke auszeichnet und sie erfolgreich macht. Auch die Performance und Verlässlichkeit der Produkte wird in den Medien regelmässig besprochen.
Die wahrgenommene Qualität der Marke Stihl war bereits auf hohem Niveau. Der Vorsprung konnte Stihl im vergangenen Monat gegenüber den Wettbewerbern (blaue Linie) nochmals deutlich vergrössern. Diese Wahrnehmung ist allerdings nicht der einzige Aspekt, welcher die Marke auszeichnet und sie erfolgreich macht. Auch die Performance und Verlässlichkeit der Produkte wird in den Medien regelmässig besprochen. (Bild: The Brand Ticker)
Im Plus befindet sich auch die Unilever-Marke Knorr. Der Markenwert stieg um 6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Aktuell zeichnet sich das Unternehmen in den geprüften Medien auch durch eine ausgeprägte Nachhaltigkeits- und Gesundheitswahrnehmung aus, heißt es von Expertenseite.
Knorr ist eine populäre Marke. Dies ist natürlich nicht der einzige Erfolgsfaktor der Marke aber einer, der in der Industrie der schnell-drehenden Konsumgüter massgebend ist. Neben der hohen Bekanntheit wird der Marke in den Medien auch eine vergleichsweise hohe Nachhaltigkeit und Gesundheit ihrer Produkte zugeschrieben.
Knorr ist eine populäre Marke. Dies ist natürlich nicht der einzige Erfolgsfaktor der Marke aber einer, der in der Industrie der schnell-drehenden Konsumgüter massgebend ist. Neben der hohen Bekanntheit wird der Marke in den Medien auch eine vergleichsweise hohe Nachhaltigkeit und Gesundheit ihrer Produkte zugeschrieben. (Bild: The Brand Ticker)
Die zweitgrößten Zugewinne im Markenwert weist der HORIZONT Brand Ticker aber für die Commerzbank aus: In unruhigen Zeiten für die Finanzbranche legte das Unternehmen beim Markenwert im Mai um 16 Prozent auf 2,1 Millarden Euro zu. Aus Sicht der Analysten zahlt sich vor allem aus, dass das Geldinstitut in der Markenführung auf Kontinuität setzt. Schon seit mehreren Jahren joggen nun Mitarbeiterinnen im Kapuzenpulli und unterstützen so den Anspruch der Commerzbank, anders zu sein als andere Banken. Auch die aktuelle WM-Kampagne rund um die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft dürfte zum Commerzbank-Plus beigetragen haben.
Commerzbank hat im vergangenen Monat neben dem Erfolgsfaktor "Nachhaltigkeit" (grüne Linie, Responsibility) auch auf den Faktoren "Vertrauen" und "Performance" zugelegt. Damit setzt sich die Marke deutlich von den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) ab.
Commerzbank hat im vergangenen Monat neben dem Erfolgsfaktor "Nachhaltigkeit" (grüne Linie, Responsibility) auch auf den Faktoren "Vertrauen" und "Performance" zugelegt. Damit setzt sich die Marke deutlich von den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) ab. (Bild: The Brand Ticker)
Dass diese Entwicklung im Finanzsektor alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, belegt der Blick auf einen direkten Wettbewerber. Die Deutsche Bank, zuletzt mit großen externen und internen Querelen beschäftigt, ist wenig überraschend einer der Verlierer im Monatsranking.
Die Berichterstattung über die Deutsche Bank ist insbesondere nach der Hauptversammlung von negativer Wahrnehmung geprägt. Nicht nur wird die Marke regelmässig mit Begriffen beschrieben, welche auf die Kritik an der Performance hinweisen, auch scheint das Vertrauen angekratzt.
Die Berichterstattung über die Deutsche Bank ist insbesondere nach der Hauptversammlung von negativer Wahrnehmung geprägt. Nicht nur wird die Marke regelmässig mit Begriffen beschrieben, welche auf die Kritik an der Performance hinweisen, auch scheint das Vertrauen angekratzt. (Bild: The Brand Ticker)
Der Markenwert sank im Mai um 7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. "Nun erreicht die Markenkrise eine neue Dimension. Denn zunehmend verlieren die Kunden auch das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Marke", lautet die Einschätzung der Analysen. fam 

The Brand Ticker

Die Methode: The Brand Ticker misst in sozialen Netzwerken, Online- und Printmedien, wie tatsächlich über Unternehmen und Marken gesprochen wird. Die Ergebnisse verbindet ein Rechnenprogramm mit aktuellen Finanzmarktdaten, um so einen direkten Zusammenhang zwischen Image und Wertschöpfung der Marken zu ermitteln. Die Basis: Derzeit analysiert das Tool etwa 500 globale und 50 deutsche Marken. Das Programm arbeitet dabei mit sechs Suchsprachen (Deutsch, English, Spanisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch). Knapp zwei Millionen Medienbeiträge werden täglich für die Marken im Standardsortiment ausgewertet. Der Mix liegt bei den vorliegenden Resultaten bei etwa 50 Prozent Online-News, 20 Prozent Printmedien und 30 Prozent Social Media. Die Macher: Geschäftsführer von The Brand Ticker ist Nik Stucky. Er ist einer der profiliertesten Markenexperten der Schweiz und war jahrelang für das Markenrating von Interbrand verantwortlich. Deutscher Partner des Markenbewertungstool ist Spirit for Brands. Die junge Kölner Markenberatung wird geführt von Walter Brecht, einem Spezialisten für Markenstrategie und -führung.

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