Horizont Brand Ticker Continental und ADAC stark, EnBW verliert

Mittwoch, 01. April 2015
Continental verzeichnet im HORIZONT Brand Ticker das stärkste Wachstum
Continental verzeichnet im HORIZONT Brand Ticker das stärkste Wachstum
Foto: Unternehmen

KfZ-Zulieferer stehen oft im Schatten der Automobilmarken. Im März ist das anders. Continental legt im HORIZONT Brand Ticker mit 22 Prozent das stärkste Wachstum beim Markenwert hin. Einen Blackout erleidet dagegen Stromriese EnBW. Das Unternehmen verliert 33 Prozent.
Bei Continental rollen die Räder. 2014 legt der Automobilzulieferer und Reifenhersteller einen Gewinnsprung hin. Unterm Strich stehen knapp 2,4 Milliarden Euro und damit 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis 2020 will der Riese 50 Milliarden Euro umsetzen. Solche Zahlen und Aussichten wirken sich fast zwangsläufig auf den Markenwert aus, wie der aktuelle HORIZONT Brand Ticker zeigt, den The Brand Ticker und die Kölner Markenberatung Spirit for Brands  wieder erstellt haben. 11,2 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 22 Prozent.
Continental wird in den unterschiedlichen Medienkanälen als „zuverlässig“ und „populär“ bezeichnet – deutlich regelmässiger, als dies bei den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) der Fall ist. Dies ist nicht der einzige Erfolgsfaktor der Marke aber jener, der in der Industrie massgebend ist und mit dem sich Continental im vergangenen Monat abheben konnte.
Continental wird in den unterschiedlichen Medienkanälen als „zuverlässig“ und „populär“ bezeichnet – deutlich regelmässiger, als dies bei den Wettbewerbsmarken (blaue Linie) der Fall ist. Dies ist nicht der einzige Erfolgsfaktor der Marke aber jener, der in der Industrie massgebend ist und mit dem sich Continental im vergangenen Monat abheben konnte. (Bild: The Brand Ticker)
Die Verlässlichkeit von Continental ist einer der wichtigsten Werttreiber der Marke. Sie trägt inzwischen etwa 26 Prozent zum Unternehmenswert bei.  "Dies ist ein hoher Wert in der Zulieferer-Branche, deren Marken meist im Schatten starker Autokunden stehen", sagen die Markenwertspezialisten.
„Umweltfreundlichkeit“, „Nachhaltigkeit“ und „Verantwortungsbewusstsein“ waren die dominierenden Medienthemen rund um die Marke Linde. Sie wird mit diesen Assoziationen deutlich regelmässiger in Verbindung gebracht als die Wettbewerbsmarken (blaue Linie). Auch scheint sich diese Wahrnehmung positiv im Markenwert niederzuschlagen.
„Umweltfreundlichkeit“, „Nachhaltigkeit“ und „Verantwortungsbewusstsein“ waren die dominierenden Medienthemen rund um die Marke Linde. Sie wird mit diesen Assoziationen deutlich regelmässiger in Verbindung gebracht als die Wettbewerbsmarken (blaue Linie). Auch scheint sich diese Wahrnehmung positiv im Markenwert niederzuschlagen. (Bild: The Brand Ticker)
Linde ist in der Wirtschaft ein Pfund. Der weltgrößte Industriegase-Hersteller gehört im DAX zu den verlässlichsten Größen, hat aber bedingt durch den Konzernumbau 2014 ein schwieriges Jahr hinter sich. Jetzt blickt der Riese nach vorne. Unter dem Stichwort "Industrie 4.0" sucht Linde den Dialog mit den Kunden und entwickelt neue Produkte wie internetfähige Sauerstoffflaschen mit digitaler Ventiltechnik. Das wirkt sich aus. Knapp 5 Milliarden im März bedeuten ein Plus von 15 Prozent. "Die Markenbotschaft 'passion to excel' kommt bei den Zielgruppen offensichtlich an. Denn heute trägt die Marke etwa 18 Prozent zum Markenwert bei", sagen die Analysten.
Innovation ist entscheidend für die Pharmaindustrie. Als innovativ angesehen zu werden setzt besondere Leistungen und eine konsequente Kommunikation voraus. Die Marke hängt die Wettbewerber (blaue Linie) bezüglich dieser Imagekomponente deutlich ab.
Innovation ist entscheidend für die Pharmaindustrie. Als innovativ angesehen zu werden setzt besondere Leistungen und eine konsequente Kommunikation voraus. Die Marke hängt die Wettbewerber (blaue Linie) bezüglich dieser Imagekomponente deutlich ab. (Bild: The Brand Ticker)
Merck steht aktuell für positive Nachrichten. Aktie auf Rekordhoch, ein sorgsam vorbereiteter Wechsel an der Unternehmensspitze im kommenden Jahr von Karl-Ludwig Kley auf Stefan Oschmann und ein geplantes Innovationszentrum an Heimatstandort Darmstadt sind dafür Beispiele. Davon profitiert auch die Marke. Um 15 Prozent steigt sich der Wert auf etwas mehr als 1 Milliarde Euro. Das einzige was die Entwicklung bremst, ist die Namensgleichheit zu Meck & Co in in Nordamerika. "Ein Grund für den künftigen CEO, das Thema Namensverwirrung ganz oben auf seine Agenda zu nehmen", finden die Spezialsiten von Spirit for Brands.
ADAC hat neben den Erfolgsfaktoren „Verlässlichkeit“ und „Popularität“, auf denen die Marke immer eine hohe Glaubwürdigkeit hatte, nun auch auf dem Faktor „Vertrauen“ wieder viel Boden gut gemacht.  Ein deutliches Zeichen, dass sich die Marke nach dem Skandal vom letzten Jahr im Aufwärtstrend befindet.
ADAC hat neben den Erfolgsfaktoren „Verlässlichkeit“ und „Popularität“, auf denen die Marke immer eine hohe Glaubwürdigkeit hatte, nun auch auf dem Faktor „Vertrauen“ wieder viel Boden gut gemacht. Ein deutliches Zeichen, dass sich die Marke nach dem Skandal vom letzten Jahr im Aufwärtstrend befindet. (Bild: The Brand Ticker)
Für manchen in der Branche mag das die dickste Überraschung sein. Der ADAC kommt zurück. Langsam, aber sicher. Die Marke erholt sich schrittweise von dem Manipulationsskandal im vergangenen Jahr. Mehr Transparenz verspricht der Automobilclub, eine neue Führungsmannschaft steht für den neuen Kurs. Mitglieder und Öffentlichkeit honorieren das und fangen an, dem größten Automobilclub in Europa wieder zu vertrauen. Auf 419 Millionen Euro klettert der Markenwert im März, ein Plus von 13 Prozent. "Trotzdem muss der ADAC vorsichtig sein", sagen die Berater. "Denn geballte negative Schlagzeilen, wie kürzlich die Freistellung zweier Mitarbeiter und die plötzliche Amtsaufgabe eines Geschäftsführers, könnten das Blatt schnell wieder wenden."
Deutlich zeigt sich die Berichterstattungen zu den finanziellen Schwierigkeiten in der Wahrnehmung der Marke. Zwar sind finanzielle Aspekte doch eher fakten- und weniger imagebezogene Faktoren, doch haben sie einen Einfluss auf die Art uns Weise, wie andere, eng an die Marke gebundene Dimensionen wie die „Verlässlichkeit“, beurteilt werden.
Deutlich zeigt sich die Berichterstattungen zu den finanziellen Schwierigkeiten in der Wahrnehmung der Marke. Zwar sind finanzielle Aspekte doch eher fakten- und weniger imagebezogene Faktoren, doch haben sie einen Einfluss auf die Art uns Weise, wie andere, eng an die Marke gebundene Dimensionen wie die „Verlässlichkeit“, beurteilt werden. (Bild: The Brand Ticker)
Mit einer Wende der anderen Art macht EnBW so derzeit ihre Erfahrungen. Der Energieriese leidet unter dem beschlossenen Atomausstieg. Rund 500 Millionen rutschte der Konzern 2014 in die roten Zahlen. Und eine Erholung ist erstmal nicht in Sicht. Das Sparprogramm belastet Unternehmen und Brand. Negative Nachrichten wie gerichtliche Auseinandersetzungen um die Stilllegung zweier Atommeiler, das Verbot zur Schließung unrentabler Kohlekraftwerke und die immer noch auftauchenden Berichterstattungen über die Schadenersatzklagen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Stefan Mappus gegen seine ehemaligen juristischen Berater sorgen für zusätzlichen Stress. Die Folge: Die Marke verliert satte 33 Prozent an Wert und landet im März bei 196 Millionen Euro. "Das ist eine Herausforderung für das Management, die Marke entlang ihrer Stärken durch diese kritische Situation zu führen - eine Aufspaltung mit einer neuen Marke ist sicher nicht die einzige Lösung", sagen die Experten. mir

The Brand Ticker

Die Methode: The Brand Ticker misst in sozialen Netzwerken, Online- und Printmedien, wie tatsächlich über Unternehmen und Marken gesprochen wird. Die Ergebnisse verbindet ein Rechnenprogramm mit aktuellen Finanzmarktdaten, um so einen direkten Zusammenhang zwischen Image und Wertschöpfung der Marken zu ermitteln. Die Basis: Derzeit analysiert das Tool etwa 500 globale und 50 deutsche Marken. Das Programm arbeitet dabei mit sechs Suchsprachen (Deutsch, English, Spanisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch). Knapp zwei Millionen Medienbeiträge werden täglich für die Marken im Standardsortiment ausgewertet. Der Mix liegt bei den vorliegenden Resultaten bei etwa 50 Prozent Online-News, 20 Prozent Printmedien und 30 Prozent Social Media. Die Macher: Geschäftsführer von The Brand Ticker ist Nik Stucky. Er ist einer der profiliertesten Markenexperten der Schweiz und war jahrelang für das Markenrating von Interbrand verantwortlich. Deutscher Partner des Markenbewertungstool ist Spirit for Brands. Die junge Kölner Markenberatung wird geführt von Walter Brecht, einem Spezialisten für Markenstrategie und -führung.
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