Tina Müller "Aus Opel wird nicht L'Opélle"

Freitag, 17. März 2017
Opel-Marketingchefin Tina Müller
Opel-Marketingchefin Tina Müller
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In Rekordzeit hat General Motors (GM) die über 88 Jahre gewachsenen Bande zur Rüsselsheimer Tochter gekappt. Das Schicksal von Opel liegt nun in den Händen der französischen Groupe PSA. Den Opel-Entscheidern muss es nun unter anderen Vorzeichen gelingen, den Drive der vergangenen Jahre aufrechtzuerhalten. 5 Fragen an Marketingchefin Tina Müller.

Wie groß war der Schock, dass GM trotz der Fortschritte bei Opel so plötzlich den Stecker zieht? Natürlich ist es ein Einschnitt. Das hat mit dem Szenario von 2009 aber nichts zu tun, denn die Situation von Opel hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Deswegen ist der Tenor vieler Analysen inzwischen positiv. Das zeigt auch die insgesamt besonnene Reaktion innerhalb der Belegschaft. Entscheidend ist, dass Opel eine gute Zukunft hat. PSA hat den klaren Plan, Opel weiter zu stärken. Es wird erwartet, dass die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen ist.

Haben Sie Ihren Kompass schon von Detroit auf Paris umstellen können? Immerhin brechen Ihnen 88 Jahre gemeinsame Historie mit GM weg. Das steht zurzeit medial stark im Fokus, aber ich glaube, dass die Verbindung zwischen GM und Opel für die Kunden nicht so sehr im Vordergrund gestanden hat. Opel bleibt deutsch! Auf der anderen Seite glaube ich, dass wir mit PSA als einem europäischen Unternehmen sehr viele Chancen haben, denn beide Unternehmen kennen den europäischen Markt sehr gut. Wir sind bei näherer Betrachtung sehr komplementär, was von manch einem Experten falsch dargestellt wurde.

Opel Louis de Funes
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Neue Schwestermodelle wie etwa der Peugeot 3008 und der Opel Grandland X dürften vom Kunden jedoch eher als austauschbare Produkte wahrgenommen werden. Unsere Marktforschung hat das Gegenteil ergeben – und zwar bevor sich das Zusammengehen abzeichnete. So werden die beiden Fahrzeuge in Italien und Deutschland völlig anders wahrgenommen. Für die Kunden ist der Grandland X ganz klar ein Opel. Das Gleiche gilt für den neuen Crossland X. Das reflektieren bereits die ersten Autotester in ganz Europa, die versichern, dass er sich eindeutig anfühlt wie ein Opel. Diese Eigenständigkeit wird auch in Zukunft erhalten bleiben. Aus Opel wird nicht L'Opélle.

Mit „7 in 17“, also sieben neuen Modellen in diesem Jahr, haben Sie eine anspruchsvolle Agenda. Wird es Feintuning geben? Im Rahmen der Opel-Produktoffensive „7 in 17“ werden wir im Laufe des Jahres wie geplant insgesamt sieben neue Modelle an den Start bringen. Wir haben Opel klar positioniert, aber wir wollen nicht stehenbleiben und werden unseren Weg daher konsequent fortsetzen. Das zeigt unser neues Flaggschiff Insignia, bei dem wir jetzt noch eins draufsetzen und mit dem sogenannten Exclusive-Programm fast jeden Individualisierungswunsch erfüllen. Beispiel: Schicken Sie uns Ihre Lieblingslippenstift-Farbe – und wir liefern Ihnen Ihren persönlichen Insignia in genau diesem Ton.

Aber Ihre neue Markenkampagne mit dem angekündigten Claim ist doch erst einmal auf Hold? Das stimmt nicht! Unsere neue Markenkampagne startet wie geplant im Rahmen der Einführungen unserer neuen Modelle Insignia, Crossland X, Grandland X sowie Ampera-e. Ich kann Ihnen den neuen Claim zwar noch nicht verraten, aber er steht und es gibt keinen Grund, ihn zu ändern. Auch der Fokus der Kampagnen, die gerade finalisiert werden, bleibt. So wird bei der Crossland-X Kampagne mit Bettina Zimmermann und Kai Wiesinger der Song „It’s a good Life“ den Ton setzen. Beim Insignia kommt erneut unser Markenbotschafter Jürgen Klopp zum Einsatz.

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