Herbert Hainer Adidas-Chef will an Sponsoring-Deals mit DFB und Fifa festhalten

Montag, 04. Januar 2016
Herbert Hainer geht in sein letztes volles Jahr als Adidas-CEO
Herbert Hainer geht in sein letztes volles Jahr als Adidas-CEO
Foto: Adidas
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2015 war ein bewegtes Jahr für Herbert Hainer: Wegen schwacher Zahlen sah sich der Adidas-Chef ständiger Angriffe ausgesetzt, zudem geriet sein Arbeitgeber im Zuge der Korruptionsaffären beim DFB und der Fifa in die Kritik. Dennoch will der 61-Jährige an der Zusammenarbeit mit beiden Verbänden festhalten. Der "Süddeutschen Zeitung" sagt er: "Wir können keine Beeinträchtigung unseres guten Rufes feststellen."
Vor allem mit dem DFB verbindet Adidas eine jahrzehntelange enge Partnerschaft. Der aktuelle Kontrakt endet 2018, Gerüchten zufolge soll der US-Konkurrent Nike ernsthaft an einem Einstieg interessiert sein. "Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir die Zusammenarbeit gerne fortsetzen möchten", so Hainer gegenüber der "SZ". Man befinde sich in Gesprächen. Befürchtungen, dass die Skandale des Jahres 2015 Auswirkungen auf das Adidas-Image haben könnten, zerstreut der CEO. Der Konsument könne sehr wohl zwischen Organisationen wie dem Weltfußballverband Fifa oder dem Leichtathletikverband IAAF und der Marke Adidas unterscheiden.
Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender von Adidas
Bild: Adidas

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Adidas und andere Sponsoren wurden 2015 kritisiert, sich nicht entschieden genug von den Skandalen rund um Fifa und DFB zu distanzieren. Auch hier findet Hainer eine Antwort: Es mache keinen Sinn, einmal plakativ an die Öffentlichkeit zu gehen und Rücktritte zu fordern - so wie manch anderer Sponsor es getan habe, sagt der Manager. Stattdessen müssten bei der Fifa "grundlegende Reformen durchgeführt werden". "Natürlich" könne es ihm aber nicht recht sein, dass Adidas laufend in einem Atemzug mit Korruptionsvorwürfen genannt wird. Wirtschaftlich scheint der Konzern jedenfalls wieder in die Spur gekommen zu sein. Nach dem Seuchenjahr 2014 kann Hainer zum Start seines letzten vollen Jahres als Chef des Sportartikelriesen - 2017 endet sein Vertrag - wieder positive Nachrichten vermelden: Adidas erwartet ein neues Rekordergebnis aus China und ein zweistelliges Umsatzwachstum in den USA, das EM-Jahr 2016 soll zudem für einen Rekordumsatz mit Fußballprodukten sorgen. Vor allem im wichtigen US-Markt will Adidas wieder angreifen, dort zog zuletzt der Newcomer Under Armour an den Herzogenaurachern vorbei. Die Konkurrenz müsse allerdings erst einmal "auch nachhaltiges Wachstum hinbekommen", sagt Hainer der "SZ". Und schickt noch eine Kampfansage hinterher: "Unser Ziel muss sein, sie in Amerika so schnell wie möglich zu packen." fam
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