Halloween-Event Wie Niantic den Pokémon-Go-Hype wieder befeuern will

Dienstag, 25. Oktober 2016
Nintendo feierte mit Pokémon Go den App-Hype des Sommers.
Nintendo feierte mit Pokémon Go den App-Hype des Sommers.
© Nintendo

Nachdem Pokémon Go im Sommer zur App des Jahres avancierte, spricht heute mittlerweile kaum noch jemand über das Smartphone-Game. Der Hype um die virtuelle Monsterjagd ist zurückgegangen, viele Nutzer haben der App den Rücken gekehrt. Nun versucht Entwickler Niantic die User mit einer Halloween-Aktion bei der Stange zu halten.
Das waren noch Zeiten, als im Juli Tausende Pokémon-Jäger die Düsseldorfer Girardet-Brücke belagerten und sich im Kollektiv auf Monsterjagd begaben. Die Brücke an der Kö sorgte tagelang für Ausnahmezustände, musste teilweise für den Straßenverkehr gesperrt werden, sogar Dixi-Klos wurden für die Pokémon-Go-Spieler aufgestellt. Oberbürgermeister Thomas Geisel sah sich schließlich gezwungen, die Brücke gar abzusperren. Es waren teils kurios anmutende Szenen in der Düsseldorfer Innenstadt. Gleichzeitig waren sie auch ein Symbol für den größten Spielehype des Sommers. Der Sommer ist jedoch vorbei und das nasskalte Herbstwetter macht nicht gerade Freude auf irgendwelche außerhäuslichen Aktivitäten wie die virtuelle Monsterjagd. Das könnte ein Grund sein, weshalb der Mega-Hype um Pokémon Go mittlerweile merklich abgeflaut ist. Kaum jemand - zumindest hierzulande - scheint noch über das Smartphone-Spiel zu reden, es sei denn, Entwickler Niantic will bei den Datenschutzregeln nachbessern - ein bei den Deutschen in der Regel sehr beliebtes Thema.

In der Tat hat Pokémon Go viele Nutzer verloren - und das nicht erst, seitdem das Wetter deutlich winterlicher geworden ist. Bereits Ende August, also wenige Wochen nach dem Hype-Höhepunkt im Juli, zählte Niantic rund 15 Millionen Nutzer weniger. Was klingt wie der Alptraum eines jeden Spieleentwicklers, ist für Niantic aber verkraftbar gewesen. Es sind die üblichen Verluste, mit denen Unternehmen nach einem Hype wie diesem rechnen mussten. Und einen solchen Verlust muss man erst einmal einstecken können. Die Krux für Niantic bestand in den Folgemonaten eher darin, die restlichen knapp 30 Millionen Nutzer weltweit bei der Stange zu halten.

Helfen soll dabei nun das erste Pokémon-Go-Event. Anlässlich des in Amerika so beliebten Halloween-Brauchs startet Niantic ab morgen eine siebentägige Aktion, bei der die Spieler "gruselige" Pokémons fangen können, darunter Nebulak, Alpollo und Gengar. Zudem sollen in dieser Aktionswoche gefangene Monster mehr sogenannte Bonbons (Belohnungs-Items) abwerfen als bisher. Die Idee dahinter: Wenn die Kinder und Jugendlichen ohnehin schon draußen auf den Straßen sind und auf der Suche nach Süßigkeiten von Tür zu Tür laufen, sollen sie nebenbei die gruseligen Monster fangen und wieder Lust auf das Spiel bekommen.
Ob dieses Pokémon-Event die Nutzer wieder enger an das Spiel bindet, bleibt abzuwarten. Zumindest in puncto Erlöse muss sich Niantic derzeit aber keine Sorgen machen. Das Spiel setzt nämlich einem Bericht der Datenfirma Newzoo zufolge nach wie vor etwa zwei Millionen US-Dollar pro Tag um. Das ist zwar deutlich weniger als die 16 Millionen drei Wochen nach Veröffentlichung der App, aber immer noch eine sehr beachtliche Summe. Auch die Downloadzahlen sind zwar merkbar gesunken, dennoch wird das Spiel immer noch erstaunliche 700.000 Mal am Tag heruntergeladen. Und das, obwohl das Game noch gar nicht in China oder Südkorea verfügbar ist - zwei der größten Mobile-Märkte der Welt. ron
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