HORIZONT Brand Ticker Zeiss legt beim Markenwert im September zu, Lufthansa verliert

Donnerstag, 02. Oktober 2014
In punkto Markenwert konnte die Lufthansa nicht abheben
In punkto Markenwert konnte die Lufthansa nicht abheben
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Zeiss, DHL, Adidas und Thyssen Krupp sind die Marken, die im Monat September am stärksten beim Markenwert zulegen. Nicht so gut läuft es für die Lufthansa. Die größte deutsche Airline muss Einbußen hinnehmen. Das geht aus dem aktuellen Brand Ticker hervor. Einmal im Monat erhebt künftig das gleichnamige Schweizer Unternehmen gemeinsam mit der Kölner Markenberatung Spirit for Brands für HORIZONT die Marken, die am stärksten an Wert gewinnen und verlieren.

Die Marke Zeiss wird in den Medien ab der zweiten Hälfte des Monats stärker mit Innovation in Verbindung gebracht als der Durchschnitt der entsprechenden Industrie (blaue Linie). Die Lancierung von innovativen Produkten und die Diskussion in den Medien darüber prägen das Image der Marke Zeiss.
Die Marke Zeiss wird in den Medien ab der zweiten Hälfte des Monats stärker mit Innovation in Verbindung gebracht als der Durchschnitt der entsprechenden Industrie (blaue Linie). Die Lancierung von innovativen Produkten und die Diskussion in den Medien darüber prägen das Image der Marke Zeiss. (Bild: The Brand Ticker)
Die Zuwäche bei Zeiss von 14 Prozent auf 223 Millionen Euro beruhen vor allem auf Innovationen. Auf der Photokina im September hat das Unternehmen etwa eine Videobrille präsentiert. Solche neuen Produkten führen der Zielgruppe die Innovationskraft der Marke vor Augen. "Das Markenmanagement ist jetzt gefragt, die positive Wahrnehmung durch das kommunikative Reinszenieren der Innovationen immer wieder neu zu beleben", heißt es in einer Erklärung von Spirit for Brands.
Zuverlässigkeit ist für Logistiker ein Erfolgsfaktor von entscheidender Bedeutung. Die Marke, die hier als besonders zuverlässig gesehen wird, hat einen Imagevorteil und kann zusätzlich Kunden gewinnen. DHL scheint dies gut zu gelingen und konnte bei der wahrgenommenen Zuverlässigkeit den Abstand zum Branchendurchschnitt (blaue Linie) im September noch vergrössern.
Zuverlässigkeit ist für Logistiker ein Erfolgsfaktor von entscheidender Bedeutung. Die Marke, die hier als besonders zuverlässig gesehen wird, hat einen Imagevorteil und kann zusätzlich Kunden gewinnen. DHL scheint dies gut zu gelingen und konnte bei der wahrgenommenen Zuverlässigkeit den Abstand zum Branchendurchschnitt (blaue Linie) im September noch vergrössern. (Bild: Grafik: The Brand Ticker)
DHL sorgt im September mit zwei Neuheiten für Schlagzeilen. Zum einen testet der Logistiker den Einsatz von Fahrradkurieren, zum anderen die Möglichkeiten von Paketkoptern unter Alltagsbedingungen bei der Paketzustellung. Mit Letzterem will die Marke unter anderem den zuverlässigen Transport von Medikamenten ermöglichen. Die Folge: DHL legt beim Markenwert um 9 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zu. Die Neuheiten wirken sich vor allem beim Werttreiber „Zuverlässigkeit“ aus, ein wesentlicher Kern der Marke und ein wichtiger Punkt, um die Post-Tochter weiter im Markt zu profilieren.
Adidas wird in den Medien systematisch mit Begriffen wie "kultig", "leidenschaftlich" und "authentisch" in Verbindung gebracht. Auf diesem
Erfolgsfaktor konnte sich die Marke im vergangenen Monat noch stärker von der Konkurrenz (blaue Linie) abheben.
Adidas wird in den Medien systematisch mit Begriffen wie "kultig", "leidenschaftlich" und "authentisch" in Verbindung gebracht. Auf diesem Erfolgsfaktor konnte sich die Marke im vergangenen Monat noch stärker von der Konkurrenz (blaue Linie) abheben. (Bild: The Brand Ticker)
Adidas hat nach der WM harte Wochen hinter sich, scheint sich aber von den Wertverlusten der vergangenen Monate zu erholen. Um acht Prozent auf 4,1 Milliarden Euro steigt der Wert der Marke. "Bemerkenswert ist dabei, dass die Zielgruppen die Authentizität der Marke honorieren", wie die Markenexperten analysieren. Und weiter. "Vermutlich wäre eine hektische Kurskorrektur aufgrund der negativen Schlagzeilen bei den Zielgruppen schlecht angekommen." Im Wettbewerb mit Nike sollte sich Adidas daher vor allem selbst treu bleiben.

Die Marke Thyssen Krupp behautptet sich bei der Verlässlichkeit im Vergleich zur Branche, in der sich starke Marken wie Siemens, GE oder 3M finden. Der Markenwert wird insbesondere im Zusammenhang mit dem Aufzuggeschäft des Industriegiganten diskutiert.
Die Marke Thyssen Krupp behautptet sich bei der Verlässlichkeit im Vergleich zur Branche, in der sich starke Marken wie Siemens, GE oder 3M finden. Der Markenwert wird insbesondere im Zusammenhang mit dem Aufzuggeschäft des Industriegiganten diskutiert. (Bild: The Brand Ticker)
Thyssen Krupp ermöglicht Mobilität mit seinen Aufzügen oder Fahrtreppen.  Für die Zielgruppen ist die Zuverlässigkeit der Produkte daher entscheidend. Jetzt will der Konzern seine Verlässlichkeit weiter erhöhen, indem er auf die Cloud und das Internet der Dinge setzt. Zudem stellt Thyssen Krupp im September das Forschungsprojekt InCarPlus vor, das die Effizienz im Automobilbau erhöhen soll und die Ingenieurskunst als Markenkern unterstreicht. Das stärkt das Vetrauen der Zielgruppen und zeigt sich beim Markenwert. 1,4 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 4 Prozent.

Der Streik wirkt sich bei der Lufthansa aus. Die in den Medien geäusserte Unzufriedenheit mit der fehlenden Verlässlichkeit von Lufthansa steigt mit jedem weiteren Arbeitskampf an. Unzuverlässigkeit ist zwar ein generelles Thema in der Luftfahrtindustrie (siehe blaue Linie), doch die Reputation von Lufthansa ist davon besonders
betroffen, weil sich die Marke über die Zuverlässigkeit definiert. Die Streiks treffen die Marke im Kern.
Der Streik wirkt sich bei der Lufthansa aus. Die in den Medien geäusserte Unzufriedenheit mit der fehlenden Verlässlichkeit von Lufthansa steigt mit jedem weiteren Arbeitskampf an. Unzuverlässigkeit ist zwar ein generelles Thema in der Luftfahrtindustrie (siehe blaue Linie), doch die Reputation von Lufthansa ist davon besonders betroffen, weil sich die Marke über die Zuverlässigkeit definiert. Die Streiks treffen die Marke im Kern. (Bild: The Brand Ticker)
Die Lufthansa dagegen verliert dagegen 12 Prozent an Wert und liegt aktuell bei 414 Millionen Euro. Die Ursache dafür ist einfach. Die Streiks der Piloten wie am gestrigen Dienstag hinterlassen ihre Spuren in der Zuverlässigkeit und stellen einen wichtigen Werttreiber der Marke infrage. "Die Streiks treffen die Marke in ihrem Kern. Das sollte bei der aktuellen Markenführung berücksichtigt werden", sagen die Markenspezialisten in ihrer Kurzanalyse. Seit vorgestern versucht die Airline gegenzusteuern. In einem kurzen Video bittet Lufthansachef Carsten Spohr die Kunden um Verständnis. mir

The Brand Ticker:

Die Methode: The Brand Ticker misst in Sozialen Medien, Online- und Printmedien wie tatsächlich über Unternehmen und Marken gesprochen wird. Derzeit analysiert das Tool etwa 500 globale und 50 deutsche Marken. Das Programm arbeitet dabei mit sechs Suchsprachen (Deutsch, English, Spanisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch). Knapp zwei Millionen Medienbeiträge werden täglich für die Marken im Standardsortiment ausgewertet. Der Mix liegt bei den vorliegenden Resultaten bei etwa 50 Prozent Online-News, 20 Prozent Printmedien und 30 Prozent Social Media. Die Ergebnisse verbindet ein Rechnenprogramm mit aktuellen Finanzmarktdaten, um so einen direkten Zusammenhang zwischen Image und Wertschöpfung der Marken zu ermitteln. Geschäftsführer von The Brand Ticker ist Nik Stucky. Er ist einer der profiliertesten Markenexperten der Schweiz und war jahrelang für das Markenrating von Interbrand verantwortlich. Deutscher Partner des Markenbewertungstool ist Spirit for Brands. Die junge Kölner Markenberatung wird geführt von Walter Brecht, einem Spezialisten für Markenstrategie und -führung.

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