HORIZONT Bewegtbildgipfel Ex-Youtuber Oguz Yilmaz kritisiert: "Produktplatzierung hat nichts mit Influencer Marketing zu tun"

Freitag, 11. November 2016
Oguz Yilmaz im Video-Interview mit HORIZONT Online
Oguz Yilmaz im Video-Interview mit HORIZONT Online
Foto: HORIZONT
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Oguz Yilmaz war ab 2009 Mitglied der Comedy-Gruppe Y-Titty, die als Pioniere der Youtuber-Bewegung in Deutschland galt. Nach der Auflösung des Trios Ende 2015 gründete er gemeinsam mit Lukas Schneider seine eigene Agentur whylder, die digitale Kommunikationslösungen für das Social Web erarbeitet. Diese Woche war Yilmaz zu Gast beim HORIZONT Bewegtbild-Gipfel in München, nach der Veranstaltung haben wir ihn zum Video-Interview gebeten. Darin spricht er über den Start der Agentur, seine Ziele - und seine Vergangenheit als Youtube-Star.
An der Stelle, an der Yilmaz im Video-Interview mit HORIZONT Online über die Einzigartigkeit von whylder spricht, lachen einige Gäste der Veranstaltung, die sich einige Meter entfernt unterhielten, plötzlich laut auf. Obwohl das natürlich reiner Zufall war: Man sollte Yilmaz, Schneider und ihre Agentur ernst nehmen und nicht unterschätzen. Beide vereinen Kenntnisse in Kreation, Beratung und Channel Management - und nicht zuletzt kann Yilmaz mit einer gehörigen Portion Prominenz punkten. Seine Y-Titty-Vergangenheit öffne ihm natürlich Türen, sagt er im Interview. "Aber natürlich versuche ich dann damit zu überzeugen, dass ich weiß, was ich getan habe. Viele denken ja, das war Zufall oder wir hatten Hilfe."
Für den Hype um Influencer Marketing hat der Youtube-Star außer Dienst nicht nur positive Worte parat: Viel zu oft sei von Influencer Marketing die Rede, dabei handele es sich um schnödes Product Placement, sagt Yilmaz. "Das man die Reichweite und die Glaubwürdigkeit des Influencers nutzt und eine Geschichte erzählt, passiert dann meistens nicht." Mit seiner Agentur will er es besser machen. Whylder ging im Mai dieses Jahres an den Start. Yilmaz' Gründungspartner Lukas Schneider verantwortete zuvor bei Endemol Beyond den Bereich New Business und baute in dieser Funktion internationale Youtube-Channels auf und betreute Kampagnen von Kunden wie Techniker Krankenkasse, Hyundai, Google und Huawei. Er bringt damit die strategische Denke der Multichannel-Networks mit, während Yilmaz für den kreativen Part zuständig ist.

Zu den Mandanten der Agentur gehört unter anderem der Online-Versandhändler Asos, für den whylder die Kampagne #ASOSSupportsTalent umsetzte. Hierbei erarbeiteten Yilmaz und Schneider etwa mit der Fotografin Kim Kanert ein Fotoprojekt zum Thema Knochenmarkspende. Das Projekt wird auf ihrem eigenen Instagram Account sowie von ASOS dokumentiert und zusätzlich von der DKMS begleitet. Als Höhepunkt der Kampagne stellt Kim ihre Werke in einer renommierten Kölner Galerie aus. Die Bilder werden versteigert und die Erlöse an die DKMS gespendet.
Whylder ist übrigens nicht das erste Unternehmen, die Yilmaz ins Leben ruft. Schon zu Y-Titty-Zeiten gründete er die Agentur "1Pfund", die Unternehmen bei Social-Media-Aktivitäten berät. Dies sei ein guter Start in das neue Tätigkeitsfeld gewesen - "leider fehlte es dann an Unterstützung in der Umsetzung der Konzepte, die ich bei Lukas als sehr kompetentem Partner gefunden habe", so Yilmaz in einem Interview mit "Broadmark". ire
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