Grube-Nachfolge Finanzvorstand Richard Lutz soll neuer Deutsche-Bahn-Chef werden

Dienstag, 14. März 2017
Finanzvorstand Richard Lutz soll bei der Deutschen Bahn Nachfolger von Rüdiger Grube werden
Finanzvorstand Richard Lutz soll bei der Deutschen Bahn Nachfolger von Rüdiger Grube werden
© DPA Picture Alliance

Die große Koalition hat sich nach dpa-Informationen auf den bisherigen Finanzvorstand Richard Lutz als neuen Bahn-Chef verständigt. Lutz soll bei der Bahn-Aufsichtsratssitzung am 22. März ernannt werden. Der 52-Jährige wird damit Nachfolger von Rüdiger Grube, der Ende Januar im Streit um eine Vertragsverlängerung überraschend zurückgetreten war. Lutz führt den Konzern nach dem Abgang Grubes bereits kommissarisch. Er ist seit 2010 Finanzvorstand bei der Bahn. Zuvor hatten "Focus Online" und das "Handelsblatt" darüber berichtet.
Eigentümer der Bahn ist der Bund. Nach dpa-Informationen einigten sich Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) auf die Personalie. Geplant ist neben der Ernennung von Lutz zum neuen Bahn-Chef nach dpa-Informationen auch ein Umbau des Konzernvorstandes. Damit solle die Digitalisierung und der Schienengüterverkehr aufgewertet werden, hieß es.

Wie die Zeitung "Welt" unter Berufung auf Kreise des Bahn-Aufsichtsrats berichtete, ist der bisherige Siemens-Manager Siegfried Russwurm als neuer Technik-Vorstand vorgesehen. Russwurm hatte seinen Vertrag bei Siemens nicht verlängert und verlässt den Konzern Ende März. Er war auch als neuer Bahn-Vorstandschef im Gespräch. Die bisherige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Sigrid Nikutta, ist laut "Welt" als neue Leiterin des Schienengüterverkehrs vorgesehen.

Der designierte neue Vorstandschef Lutz ist seit 1994 im Unternehmen. Er übernahm nach verschiedenen Stationen im Jahr 2003 den Bereich Konzerncontrolling, 2010 rückte er dann in den Vorstand auf. Als möglicher Nachfolger für Grube war auch der frühere Kanzleramtsminister und jetzige Bahn-Vorstand Ronald Pofalla genannt worden.

Ende Januar hatte es bei der Bahn in einer Aufsichtsratssitzung Differenzen über die geplante Verlängerung des Vertrags von Grube gegeben. Dessen Vertrag lief ursprünglich noch bis Dezember. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hatte es geheißen, Grube sei in der Sitzungsvorlage noch eine Vertragsverlängerung um drei Jahre bis Ende 2020 zugesichert worden. Der Vorstandschef habe dafür auf eine Gehaltserhöhung und auf eine Abfindung im Falle eines vorzeitigen Abgangs verzichtet. In der Sitzung habe man ihm dann aber doch nur zwei weitere Jahre als Vorstandschef geben wollen. Grube hatte dem Kontrollgremium vorgeworfen, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben und war zurückgetreten.

Der 65-Jährige hatte den Konzern inmitten einer großangelegten Initiative verlassen, die Qualität, Kundenzahl und Ergebnis der Bahn deutlich verbessern sollte. Grube war seit 2009 Vorstandschef des bundeseigenen Konzerns mit weltweit 300 000 Angestellten und rund 40 Milliarden Euro Umsatz. dpa
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