Grandioser TV-Spot Wie Adobe die Analysefähigkeiten der Marketer hinterfragt

Freitag, 27. September 2013
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Marketing basiert heute auf vielen Zahlen. Exakten Zahlen. Danach werden Entscheidungen getroffen. Weitreichende Entscheidungen. Sie führen mitunter dazu, dass dicke, fette Enzyklopädien wieder gedruckt werden. Warum die Staubfänger aus den Regalen trotz oder gerade wegen des Digitalzeitalters wieder ein Comeback feiern, zeigt Adobe derzeit in den USA mit einer grandiosen Kampagne. Gedruckte Werke sind nicht mehr gefragt, heißt es immer wieder. Überall. In Medien. Auf Messen. In Blogs. Doch dann das: die Bestellzahlen für mehrbändige, fette Lexika sausen auf einmal nach oben. Rasant. Unerklärlich, aber sehr erfreulich. "We are back", ruft denn auch der gerade noch frustrierte Chef eines Nachschlagewerkes und wirft die Marketing- und Produktionsmaschinerie an. Ein Rädchen greift ins andere. Es muss schnell gehen. Alles ist jetzt auf Wachstum ausgerichtet. Den Markt bearbeiten. Die Chancen nutzen. Die Börse rocken. Alle Entscheidungen basieren auf Zahlen. Bestellung gleich Absatz, lautet die Zauberformel im E-Commerce. Die Fragen nach "Warum?", "Wieso?" und "Weshalb?" sind zu vernachlässigen. Die Anworten sind egal. Die Zahlen sind eindeutig. Oder eben nicht.

In dem 60-Sekünder nimmt Adobe ganz gezielt die Zahlengläubigkeit und die Analysefähigkeit des Marketings unter Beschuss. "Wissen Sie, was Ihr Marketing tut?", fragt der Softwareriese. Vermutlich nicht, lautet die unterschwellige Antwort. Das US-Unternehmen, das hier seine Marketing-Cloud bewirbt, positioniert sich im Zeitalter von Big Data immer stärker als Spezialist für die Marketing-Steuerung. Das Ganze inzeniert Goodby, Silverstein & Partners, San Francisco mit einer rasanten Kreation. Man darf schmunzeln. Man darf lachen. Und sollte hoffen, dass der Spot - der erste seit zehn Jahren von Adobe überhaupt und erstmals während der Advertising Week in New York geschaltet, - hoffnungslos überzeichnet ist. Das macht Werbung ja immer. mir
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