Google-Chairman Welchen Fehler Eric Schmidt besonders bereut

Freitag, 03. Januar 2014
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Wir alle machen Fehler - Eric Schmidt, seines Zeichens Aufsichtsratschef beim Internetgiganten Google, macht da keine Ausnahme. Im Interview mit Bloomberg TV beichtete Schmidt nun sein größtes Versäumnis - und plauderte außerdem über die Trends des anstehenden Jahres. "Mein größter Fehler bei Google war, dass ich den Aufstieg sozialer Netzwerke nicht vorhergesehen habe", so Schmidt bei dem Bloomberg-TV-Format "Ask a Billionaire". Dies werde ihm allerdings nicht noch einmal passieren, verspricht der Google-Manager, um sogleich zu einer Rechtfertigung anzuheben: Man sei damals mit der Entwicklung zahlreicher anderer Produkte beschäftigt gewesen. Dennoch dürfte Schmidts Bekenntnis auch das späte Eingeständnis sein, dass das eigene soziale Netzwerk Google+ nie wirklich zu einem ernsthaften Konkurrenten für den bis heute unangefochtenen Platzhirschen Facebook werden konnte. Google+ startete im Jahr 2011 und verzeichnet mittlerweile gut 300 Millionen aktive Nutzer im Monat - bei Facebook sind es über eine Milliarde.

Des Weiteren äußerte sich Schmidt in dem Interview zu den Themen und Trends des Jahres 2014: Für die Konsumenten werden die größten Veränderungen dadurch entstehen, "dass jeder ein Smartphone hat". Durch diesen hohen Grad der Vernetzung würde eine ganz neue Generation von Anwendungen rund um Entertainment, Bildung und Sozialleben entstehen."Sprachen wir bislang davon, dass Mobile gewinnt, so können wir jetzt sagen: Es hat gewonnen", laute Schmidts dann doch relativ banale Erkenntnis.

Massive Umwälzungen erwartet Schmidt auch von Big Data und Maschinenintelligenz: "Die Möglichkeit, Menschen zu finden und gezielt anzusprechen, ihr Verhalten zu beurteilen und dann zu entscheiden, was man mit den eigenen Produkten machen kann, verändert jedes Business weltweit." Dass Google hier ebenfalls den Anschluss verliert, darf man getrost bezweifeln. Der große Datenschatz des Unternehmens und vielversprechende Projekte wie Google Glass sprechen klar dagegen.

Googles Plan für 2014 heißt denn auch: Investieren, investieren, investieren. Das dafür nötige Wachstum sei durch den weltweiten Siegeszug des Internets vorhanden, versichert Schmidt: "Google profitiert von den Umwälzungen in traditionellen Industrien." Werbung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Auch wenn die Rahmenbedingungen in einem Land schlecht seien, sei es klüger, mit der ROI-basierten Google-Technologie zu werben, so Schmidt. "Wir gewinnen also, egal, ob eine Industrie in gutem Zustand ist oder nicht, weil die Menschen unsere Produkte brauchen. Darauf sind wir sehr stolz."

Erfolg und Marktmacht sorgen eben für großes Selbstvertrauen. ire
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