Google Amazon ist Adwords-König, Ebay dominiert bei Shopping-Anzeigen

Mittwoch, 08. Juli 2015
Google AdWords sind ein beliebtes Online-Marketing-Tool
Google AdWords sind ein beliebtes Online-Marketing-Tool
Foto: Laurentiu Iordache / Colourbox

Fast 60 Milliarden Dollar Werbeumsatz machte Google im vergangenen Jahr. Der Großteil davon wird über die textbasierten AdWords-Anzeigen generiert, doch auch bebilderte Shopping-Ads gewinnen an Relevanz. Searchmetrics hat in beiden Bereichen die Top-Player auf Google.com ermittelt.
Wer die Google-Suche nutzt - und das tun weltweit beinahe 90 Prozent der Internetnutzer - kennt sie: Die gelb hinterlegten Felder in den Suchergebnissen. Dabei handelt es sich um Werbeanzeigen aus Googles AdWords-Programm: Unternehmen können dafür bezahlen, dass ihre Werbung um Umfeld bestimmer Suchbegriffe angezeigt wird. Kosten fallen für die Werbungtreibenden dabei erst an, wenn der User auf eine solche Anzeige klickt. Mit dieser Art der Werbung verdient Google den Löwenateil seiner Werbe-Milliarden. Das auf SEO spezialisierte Unternehmen Searchmetrics hat nun untersucht, welche Unternehmen dabei am häufigsten zu sehen sind. Dabei wurden die englischsprachigen Suchergebnisse aus einem Set vordefinierter Keywords auf Werbeeinblendungen untersucht.
Die Entwicklung der Werbeumsätze von Google
Die Entwicklung der Werbeumsätze von Google (Bild: Statista)
Der Analyse zufolge war Ende 2014 bei 63 Prozent aller Ergebnisse in der Google-Suche mindestens eine AdWords-Anzeige eingeblendet. Den Spitzenplatz bei Anzeigenhäufigkeit und -menge über das ganze Jahr nimmt Amazon ein - das bekanntlich an einem eigenen Anzeigennetzwerk im Stile von Google AdWords arbeitet. Es folgen zwei Player, die sich offensichtlich Googles Marktmacht zunutze machen wollen, um Nutzer auf ihre Seiten zu locken: Sowohl Wow.com als auch Ask.com funktionieren nach dem Prinzip von Suchmaschinen.

Die Untersuchung zeigt auch, dass Werbungtreibende bei Google verstärkt auf visuelle Reize setzen. Bei der Suche nach Produkten bekommen Nutzer verstärkt auch Shopping-Anzeigen ausgeliefert, die neben dem Produktnamen, dem Preis und einem Link zum Onlineshop auch ein Bild des Produkts zeigen. Das Targeting funktioniert dabei nicht über Keywords, sondern über Produktgruppen, die von den Advertisern selbst definiert werden. Google selbst legt fest, welche Anzeige bei welchen Keywords ausgespielt wird.
Links sieht man Product Listing Ads, rechts AdWords-Anzeigen
Links sieht man Product Listing Ads, rechts AdWords-Anzeigen (Bild: Searchmetrics)
Seit 2013 sind die so genannten Product Listing Ads (PLA) für alle Google-Kunden verfügbar - und haben seitdem eine steile Karriere hingelegt. Im Verlauf des Jahres 2014 stieg der Anteil der PLAs in den Suchergebnissen laut Searchmetrics von 7,5 auf 16 Prozent. Es verwundert nicht, dass das Sichtbarkeits-Rankings von Shopping-Plattformen dominiert wird. An der Spitze steht mit großem Abstand Ebay, es folgen Rakuten.com, Macys.com und Etsy.com. Ebenfalls finden sich zahlreiche Online-Marketing-Netzwerke unter den analysierten Domains. Amazon sucht man in den Top 10 hingegen vergeblich - die starke Fokussierung auf AdWords lässt offenbar noch keine signifikanten Spendings bei PLAs zu.
Bezahlte Anzeigen auf Suchmaschinen erfreuen sich wachsender Beliebtheit (Bild: Screenshot

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Die Integration eines visuellen Elements in eine Google-Anzeige scheint die Wirksamkeit zu erhöhen: Im zweiten Quartal 2014 lag die durchschnittliche Click-Through-Rate (CTR) der bebilderten Produktanzeigen bei 5,91 Prozent, die AdWords-Anzeigen erzielten laut Searchmetrics eine CTR von 4,91 Prozent. Die höheren Klickraten wirken sich letztlich auch auf den Preis aus: Der Preis für einen Klick auf eine PLA betrug im selben Zeitraum durchschnittlich 1,63 US-Dollar, für einen Klick auf eine AdWords-Anzeige wurden für den Werbungtreibenden dagegen 1,07 Dollar fällig.

Wohlgemerkt: Beide Angaben beziehen sich auf den stationären Bereich. Die steigende Verbreitung von Smartphones macht Google bei den Werbepreisen zu schaffen, da sich Mobil-Anzeigen nicht so gut zu Geld machen lassen wie im stationären Bereich. Im vergangenen Jahr gingen die Preise pro Klick deswegen sogar teilweise zurück. ire
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