Goldbärenstreit mit Haribo Lindt hat vor Gericht gute Karten

Montag, 10. März 2014
Haribo findet ihn gar nicht "goldig": Der Schoko-Teddy von Lindt
Haribo findet ihn gar nicht "goldig": Der Schoko-Teddy von Lindt

Haribo muss im Rechtsstreit um die Marke Goldbär wohl einen Dämpfer hinnehmen. Nach Einschätzung des Kölner Oberlandesgerichts werden die Markenrechte des Fruchtgummiriesen durch die Schokoladen-Teddys von Lindt nicht verletzt, da keine Verwechslungsgefahr bestehe. In erster Instanz hatte noch Haribo recht bekommen.
Haribo sieht seine Rechte an der Marke Goldbär durch die Schokoladen-Teddys von Lindt verletzt, die seit 2011 erhältlich sind und unter anderem im TV beworben werden (siehe Spot oben). Die Schokobären des Süßwarenherstellers heißen zwar unverdächtig "Lindt-Teddy", werden aber aus Sicht von Haribo wegen der goldenen Folie von den Verbrauchern als Goldbär wahrgenommen. Der Fruchtgummihersteller, der den Markennamen Goldbär vor Jahrzehnten schützen ließ und die Marke mit Testimonial Thomas Gottschalk bekannt gemacht hat (iehe Spot unten), will die Lindt-Teddys daher verbieten lassen.

In erster Instanz hatte das Landgericht Köln wie berichtet Haribo recht gegeben und den Verkauf des Schoko-Teddys Ende 2012 untersagt. Das Oberlandesgericht Köln beurteilt die Sachlage anders. Der Vorsitzende Richter Hubertus Nolte hält die Verwechslungsgefahr für gering. Wer den Lindt-Teddy sehe, denke wohl eher an den ähnlich gestalteten Lindt-Osterhasen als an die Gummibären von Haribo, sagte der Richter laut einer dpa-Meldung. Die Vorinstanz hätte der Farbe und der Form des Bären zu große Bedeutung beigemessen. Für den Verbraucher zähle dagegen der Gesamteindruck - und dazu gehöre auch der prominent platzierte Name des Herstellers Lindt auf dem Bauch des Bären, sagte Nolte. Das endgültige Urteil in dem Markenrechtsstreit zwischen Haribo und Lindt will das Gericht am 11. April verkünden.

Der Markenrechtsstreit zwischen Haribo und Lindt dürfte auch nach dem Urteilsspruch im April weitergehen. Beide Unternehmen haben bereits angekündigt, notfalls bis vor den Bundesgerichtshof zu ziehen. Bis dahin darf Lindt seine Schoko-Teddys weiterverkaufen. mas
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