Gesperrte Kreditkarten Apple gibt griechischen Kunden einen Gratis-Monat Cloud-Speicher

Montag, 13. Juli 2015
Apple greift den Griechen unter die Arme
Apple greift den Griechen unter die Arme
Foto: Apple
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Apple gewährt seinen Kunden in Griechenland einen Gratis-Monat in seinem Online-Speicherdienst iCloud, da für viele von ihnen Kreditkarten-Zahlungen blockiert sind. Die aktuellen Daten-Abonnements seien für 30 Tage verlängert worden, wie der iPhone-Konzern am Sonntag bekanntgab.
 Hintergrund ist, dass vor allem angesichts der Kapitalkontrollen der griechischen Regierung mit eingeschränkten Bankdienstleistungen kaum noch mit Karten aus Griechenland bezahlt werden kann. Die iCloud-Abos müssen aber monatlich aufgefrischt werden, damit die Daten erreichbar bleiben. Nach dem Nein der Griechen beim Referendum hatte die Regierung nach den Banken auch internationalen Zahlungsanbietern den Hahn abgedreht: Über Paypal, iTunes, Google und Amazon können die Griechen derzeit keine internationalen Zahlungen tätigen, denn die Regierung versucht, jeden noch so kleinen Cent-Betrag über sogenannte Kapitalverkehrskontrollen im eigenen Land zu halten.

Für die Konsumenten ist das natürlich ärgerlich, doch Waren gibt es nach wie vor auch im Land selbst zu kaufen - klassisch stationär oder über rein griechische Online-Portale, bei denen das Geld im Land bleibt. Der Speicher der iCloud kann so zwar nicht erweitert und auch das Abo für Apple Music nicht bezahlt werden, aber an Festplatten und CDs kommen die Griechen relativ problemlos auch im eigenen Land.


Auf Händlerseite sieht es da schon dramatischer aus: An der Situation in Griechenland kann man erkennen, wie gut Online-Händler daran tun, ihren Kunden einen Zahlarten-Mix anzubieten. Also nicht nur solche, bei denen das Geld ins oder übers Ausland fließt, sondern auch lokale, alternative Zahlarten wie Echtzeitüberweisung, Vorkasse oder Nachnahme. Denn diese funktionieren auch bei den aktuellen Beschränkungen. Außerdem zeigt die Situation sehr deutlich, dass es ratsam ist, auf Multichannel zu setzen, denn ein Ladengeschäft ist von den Beschränkungen natürlich nicht betroffen.

Griechische Händler, die ihren Online-Vertriebskanal frühzeitig international aufgestellt haben, sind heute die Gewinner. Denn aus Sicht der ausländischen Kunden werden griechische Waren jetzt wohl billiger, das heißt, sie werden mit Kusshand einkaufen und damit vielleicht so manchen griechischen Online-Händler über Wasser halten. dpa
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