Gerolsteiner-Marketingchef Marcus Macioszek "Wir mögen den Begriff Content Marketing nicht"

Mittwoch, 14. September 2016
Gerolsteiner-Marketer Marcus Macioszek (l.) im Gespräch mit "LZ"-Redakteur Jörg Konrad
Gerolsteiner-Marketer Marcus Macioszek (l.) im Gespräch mit "LZ"-Redakteur Jörg Konrad
Foto: dfv

Mit seinem Firmensitz in der Eifel befindet sich Gerolsteiner vielleicht in der geografischen Provinz, in Sachen Marketing sieht sich der Mineralwasserhersteller aber am Puls der Zeit. Auf der Dmexco in Köln, rund 100 Autokilometer von der Unternehmenszentrale entfernt, spricht Marketingchef Marcus Macioszek im Expertentalk am Stand der dfv Mediengruppe über die eigene Strategie, Trendthemen der Branche und die Digitalisierungspflichten deutscher Mittelständler.

Marcus Macioszek über ...

... die Herausforderungen der Digitalisierung:

"Die Digitalisierung verändert grundsätzlich alles - den Alltag der Menschen und damit auch ihre Informationsgewohnheiten. Wir müssen die Menschen heute auf anderen Kanälen und mit anderen Inhalten erreichen. Und das Informationsverhalten hat sich geändert: Marke, Menschen und Unternehmen agieren heute auf Augenhöhe. Die Realität muss das einhalten, was die Werbung verspricht. Die Digitalisierung ist der Schmierstoff dieser Entwicklung."

... den Media-Mix von Gerolsteiner:

"Die große Herausforderung für Mittelständler ist es, die geeigenten Kommunikationskanäle zu identifizieren. Wir betreiben Image- und Aufklärungskommunikation und danach unterscheiden wir die Kanäle. TV ist weiter unsere erste Priorität und umfasst über 50 Prozent unseres Werbebudgets. Dann folgt Print mit etwa 15-20 Prozent, dann Digital. Die Frage ist dabei nicht, wie werden sich Gattungen wie Print künftig entwickeln - wir wollen die Menschen heute erreichen. Und da ist Print für uns sehr relevant. Aber auch Facebook ist für uns ein hochrelevantes Medium für Reichweite und Engagement".

... Content-Marketing:

"Wir mögen den Begriff Content Marketing nicht. Wenn Kommunikation oberflächlich und nicht relevant für die Marke ist, trifft sie nicht das Ziel. Wir nennen es lieber Owned Media - damit generieren wir Inhalte, die sehr nahe am Produkt sind."

... E-Commerce:

"Die FMCG-Branche ist mit einem E-Commerce-Umsatzanteil von 1 Prozent ein Late Follower, die Getränkebranche mit 0,6 Prozent umso mehr. Es kommt uns Online aber nicht nur auf Abverkauf und Return on Invest an, sondern darauf, die Verwenderschaft von der Marke Gerolsteiner zu überzeugen."

... Programmatic Advertising:

"Die Kommunikation wird digital, addressierbar und programmatisch - darauf müssen wir uns einfach einstellen. Programmatic ist ein ganz zentrale Thema, mit dem wir uns intensiv beschäftigen. Das müssen auch Mittelständler tun, um ihren Partnern bei Agenturen und Vermarktern auf Augenhöhe begegnen zu können."
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