Gelber Engel ADAC wehrt sich scharf gegen Manipulationsvorwürfe

Freitag, 17. Januar 2014
Die ADAC-Trophäe "Gelber Engel" (Bild: ADAC)
Die ADAC-Trophäe "Gelber Engel" (Bild: ADAC)

Gestern hat der ADAC in München zum zehnten Mal die Gelben Engel verliehen. Ein gesellschaftliches Ereignis mit 400 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Prominenz, das Nina Ruge moderierte. Und alles hätte noch viel wunderbarer sein können, wenn da nicht die Manipulationsvorwürfe der "Süddeutsche Zeitung" wären bei der Wahl des Lieblingsautos der Deutschen. Den Preis hat in diesem Jahr der VW Golf gewonnen. Das ist nicht unbedingt eine Überraschung bei dem Dauerläufer aus Wolfsburg, der derzeit in sieben Generationen auf den Straßen unterwegs ist. Die "Süddeutsche Zeitung" wirft dem ADAC bei der Wahl gleichwohl Unregelmäßigkeiten vor. Von geschönten Zahlen ist die Rede. Statt der angeblich ausgewiesenen 34.299 Stimmen für den VW Golf hätten lediglich 3409 Mitglieder des Verbandes für das Auto gestimmt, hatte die Zeitung unter Berufung auf ADAC-interne Unterlagen in ihrer Ausgabe am Dienstag berichtet. Das ist ein massiver Vorwurf, den der ADAC seit Tagen bestreitet, auch gegenüber HORIZONT.NET. Doch er wiegt so schwer, dass Karl Obermair, Vorsitzender der ADAC-Geschäftsführung, die Unterstellungen gestern bei der Preisverleihung erneut energisch zurückweist. Er spricht von "Unterstellungen und Unwahrheiten". Immerhin habe die Zeitung die vier Buchstaben ADAC korrekt abgedruckt, sagt er.

Doch der Bericht wirkt nach. Es gibt hämische Kommentare im Netz, etwa auf Twitter. Auf der ADAC-Facebookseite diskutieren die User kontrovers über die Vorwürfe, manch einer rät dazu, die Ergebnisse offenzulegen. Bislang unterbleibt das aber. Der Automobilclub setzt auf die Vertrauenskarte und versucht mit einer Stellungnahme in den sozialen Netzwerken, die Diskussion zu beruhigen: "Alle Preise, die der ADAC seit nunmehr 10 Jahren bei seiner großen Veranstaltung 'Gelber Engel' vergibt - mit Ausnahme der Wahl der Persönlichkeit des Jahres (Juryentscheid des ADAC-Präsidiums) - beruhen auf sauberen, statistisch repräsentativen Auswertungen der Stimmen unserer knapp 19 Millionen Mitglieder, seien es Stimmen, die online oder die über Motorwelt-Coupons abgegeben wurden. Diese Stimmen spiegeln 1 zu 1 das Bild und die Präferenzen unserer Mitglieder wider, alle Aussagen, die etwas anderes behaupten sind schlicht und ergreifend unwahr."

Ob das hilft, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Ausgestanden ist die Diskussion jedenfalls noch nicht. Denn mit dem Artikel nimmt die "SZ" nicht nur den ADAC und dessen Macht unter Beschuss, sondern auch Michael Ramstetter, Kommunikationschef des ADAC, Chefredakteur der ADAC-Zeitschrift "Motorwelt" und Erfinder des "Gelben Engel".

Der Preis, um den es eigentlich in dieser Woche in der Hauptsache gehen sollte, besteht im übrigen nicht nur aus dem Lieblingsauto der Deutschen. In acht weiteren Kategorien zeichnet der ADAC Hersteller und Persönlichkeiten aus.

Kategorie Eco-Auto:
VW e-up!

Kategorie Familienauto: VW Sharan

Kategorie Marke: BMW

Kategorie Reiselimousine: BMW 520d BluePerformance Automatic

Kategorie Qualität: BMW X1

Kategorie Stadtauto: Smart fortwo ed

Kategorie Innovation und Umwelt: Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC (Robert Bosch)

Kategorie Persönlichkeit: Michael Schumacher

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