Gattungsmarketing Wie Fußballer für den deutschen Handball werben sollen

Donnerstag, 11. August 2016
Jerome Boatengs berühmtes Handspiel aus dem EM-Viertelfinale ist in dem Spot zu sehen
Jerome Boatengs berühmtes Handspiel aus dem EM-Viertelfinale ist in dem Spot zu sehen
Foto: Nordpol

Spätestens seit dem Gewinn der Europameisterschaft befindet sich der lange Zeit darbende deutsche Handball wieder im Aufwind. Die Handball-Bundesliga und der Deutsche Handballbund wollen den Rückenwind nun nutzen - und gehen in die Kommunikations-Offensive.
Daten des Meinungsforschungsinstituts Allensbach zufolge ist Handball hinter Fußball die beliebteste Ballsportart der Deutschen. Allerdings blieb die Sportart hierzulande zuletzt stets unter ihren Möglichkeiten. Ein Grund: Die Beteiligten konnten sich nicht zu gemeinsamen Anstrengungen durchringen, den deutschen Handball als die klare Nummer 2 hinter König Fußball zu positionieren. Das soll sich nun, drei Jahre vor der Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark, ändern.
Die neue Imagekampagne ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Handball-Bundes sowie aller Clubs der ersten und zweiten Handball-Bundesliga, Frauen-Bundesliga eingeschlossen. Die Kampagne soll im Herbst starten und umfasst Bewegtbild, Print, Display und Social Media. Im Mittelpunkt steht ein Film, der zu Beginn berühmte Handspiele von Fußballern zeigt. Damit wird ihnen scherzhaft unterstellt, dass sie eigentlich lieber Handballer wären. Dann jedoch treten auch die Stars der deutschen Handball-Nationalmannschaft auf. Für die Kreation der Kampagne ist die Hamburger Agentur Nordpol verantwortlich. Die Kreativen konnten sich in einem Pitch um das Mandat eigenen Angaben zufolge gegen vier Wettbewerber durchsetzen. Die Agentur betreut im Sportbereich bereits Kunden wie den FC St. Pauli, Under Armour und Camp Beckenbauer. Produziert hat Nordpol den Film komplett inhouse mit dem hauseigenen Produktionsstudio Interpol.
Raphael Brinkert ist Geschäftsführer bei Jung von Matt/Sports
Bild: Jung von Matt

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"Wir wollen Handball unverkrampft und echt inszenieren. Dafür ist unser Auftakt-Spot ein gutes Beispiel", Jürgen Schweikardt, Vorsitzender der AG Markenentwicklung der Handball-Bundesliga und Geschäftsführer des TVB Stuttgart 1898. "Im Verlauf der Kampagne wollen wir Markenstärkung dann auch mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden. Wir wollen ein Zeichen für Vielfalt und gegen Monokultur im Sport setzen. Im Idealfall wird es gelingen, dass andere Verbände den Ball unserer Kampagne aufnehmen und mitmachen. Die Chancen sind nicht schlecht, denn wir greifen mit unserer gemeinschaftlichen Initiative die Sehnsucht sportbegeisterter Menschen nach sauberem, fairem und authentischem Sport auf." 
ire
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