Gastbeitrag Die Learnings aus dem "Socken-Zoff" um Mario Götze

Freitag, 18. Oktober 2013
Oliver Drost ist Managing Creative Director bei Deepblue Networks (Bild: Agentur)
Oliver Drost ist Managing Creative Director bei Deepblue Networks (Bild: Agentur)
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Mario Götze ist für jede Mannschaft ein Glücksfall: Zielstrebig und technisch herausragend auf dem Platz, diszipliniert und pflegeleicht daneben. In Ausrüsterfragen sorgte der Dribbelkünstler nun allerdings bereits zum zweiten Mal für Ärger: Götze zeigte sich bei der Nationalmannschaft in Kompressionsstrümpfen seines Exklusiv-Partners Nike, das DFB-Team wird jedoch von Adidas ausgestattet. Bei seinem neuen Verein Bayern München handelte sich der 21-Jährige für eine ähnliche Aktion bei seiner Präsentation bereits eine Geldstrafe ein. Was bedeutet dies für sein Image? Oliver Drost, Geschäftsführer Kreation und Sportmarketing-Experte bei der Hamburger Agentur Deepblue, hat hierzu eine klare Meinung: Götze müsse sich als Marke nun entscheiden, wo er eigentlich hinwolle. "Spätestens seit dem Roten Socken Skandal der SPD aus der vorletzten Bundestagswahl weiß man, dass man bei dem Thema Socken aufpassen muss. Und gerade wenn man beim DFB aufläuft, und zudem schonmal vorher beim Verein nicht ganz genau bei der T-Shirt-Wahl aufgepasst hat, sollte man die Socken-Entscheidung nicht leichtfüßig verstolpern. Schon gar nicht wenn man Professoren-Sohn ist und in jedem Interview zeigt, dass man auch verbal gut im Dribbling ist.

Wie dem auch sei, in diesem Fall würde ich eine klare Absicht unterstellen und Mario Götze hier eine Strafe erteilen. Als Adidas würde ich mich wirklich über die Situation ärgern und beim DFB Druck machen, damit dieser auf Mario Götze zugeht und ihm einen Penalty erteilt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Adidas sein Sponsorship noch weiter verwässert sehen möchte als bisher. Seitens Nike und auch Mario Götze finde ich das Verhalten einfach nur peinlich.

Grundsätzlich sollte sich die Marke Mario Götze jetzt schonmal fragen, wo die Reise eigentlich hingehen soll. Zwei Richtungen sind möglich: Vorbild Bastian Schweinsteiger. Musterschüler auf und neben dem Platz, gut angezogen, gepflegt, sich an Regeln haltend, nicht polarisierend, was von Premiummarken honoriert wird und langfristig Erfolg als Fußballer und in Sachen Vermarktung sichert. Die andere Richtung des Badboy-Images im Extrem (wie bei Balotelli, Rooney) funktioniert eigentlich nie so richtig gut und vor allem nicht langfristig. Vor allem nicht, wenn es eigentlich aufgesetzt ist. Die Schiene wird auch schon von zu vielen Fußballern mit tätowierten Unterarmen und übermotorisierten und customized Luxus-Autos stereotyp verkörpert.

Ich hoffe, dass Mario Götze sich schnell wieder besinnt, und ihn sein bodenständiges Familienumfeld wieder auf den Boden der Tatsachen holt, damit er vor allem mal wieder da glänzt, wo es wirklich wichtig ist. Motto kann nur sein: 'Socken hochkrempeln, und wieder loslegen, um auf dem Platz für Schlagzeilen zu sorgen statt drumherum.'

Das wäre für ihn, den FC Bayern, den DFB und alle Sponsoren das beste." Oliver Drost
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