Galaxy Note Edge Warum Samsung die Konsumenten über den Launch des Smartphones entscheiden lässt

Donnerstag, 06. November 2014
Über Display-Werbung und Social Media sucht Samsung nach Note-Edge-Fans
Über Display-Werbung und Social Media sucht Samsung nach Note-Edge-Fans
Foto: Unternehmen

Nicht weniger als 120.210 Ja-Stimmen werden darüber entscheiden, ob Samsungs fortschrittlichstes Phablet Galaxy Note Edge noch in diesem Jahr nach Deutschland kommt oder bis auf Weiteres den asiatischen Technikfans vorbehalten bleibt. Die Social-Media-Kampagne ist für den koreanischen Konzern ein Testlauf mit Signalcharakter. Hier kann sich beweisen, ob Samsungs Design wirklich Kultstatus bei den Fans genießt.
Die von Leo Burnett, Frankfurt, kreierte und zusammen mit der PR-Agentur Faktor 3 umgesetzte Kampagne verbindet eine unternehmerische Grundsatzentscheidung mit einem kommunikativen Masseneffekt. Denn Samsung konnte mit dem radikal neuen Design des Note Edge zwar auf der Ifa einen echten PR-Erfolg erzielen. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass sich bei einer Markteinführung auch genügend reale Käufer für das aufwändig gearbeitete Phablet interessieren.
Indem Samsung nun die Kunden auffordert, mit ihrer Stimme das Modell nach Deutschland zu holen, sorgt die Marke nicht nur für Mundpropaganda, sondern kann auch das reale Käuferpotenzial besser ausloten. Dabei wird das Unternehmen an seiner globalen Launchplanung nichts Grundsätzliches ändern. Denn sollten die nötigen Stimmen bis zum 10. November zusammen kommen, wird Samsung "nur" eine Premiumversion in limitierter Auflage nach Deutschland bringen.

Letztlich steht die Marke vor einer ähnlichen Herausforderung wie Games-Publisher, die die Wartezeit zwischen der Ankündigung eines Blockbuster-Spiels und der tatsächlichen Veröffentlichung überbrücken müssen. Die Marketingabteilungen müssen dann über kleinere Events dafür sorgen, dass sich der PR-Effekt der ersten Präsentation nicht abnutzt und die Begehrlichkeit der Käufer eher noch zunimmt. Und so ist auch Samsungs Online-Abstimmung in erster Linie eine Prelaunch-Maßnahme für die Fans. Mario Winter, Director IT and Mobile Marketing: "Damit zeigen wir, dass sich bei uns alles um unsere Kunden dreht, und wir generieren mit echtem Teamwork große Aufmerksamkeit für ein herausragendes Produkt.“

Mario Winter, Geschäftsführer IT & Mobile Marketing bei Samsung Deutschland
Mario Winter, Geschäftsführer IT & Mobile Marketing bei Samsung Deutschland (Bild: Unternehmen)
Doch im Erfolgsfall könnte die Social-Media-Kampagne durchaus grundsätzlliche Konsequenzen für die Marketingstrategie haben. Denn bisher hatte es Samsung deutlich schwerer als Apple, allein schon über eine Produktpräsentation öffentlichkeitswirksame Mundpropaganda der Markenfans zu generieren. Sollten sich beim Note Edge die Fans aktivieren lassen, dann wird die Faneinbindung auch bei anderen Produkten der Samsung-Modellfamilie wahrscheinlicher. cam
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