Fußball-Zweitligist FC. St. Pauli will mit neuem Trikot ein Zeichen für Vielfalt setzen

Freitag, 18. Mai 2018
Im Kragen der Leibchen ist ein Regenbogen eingearbeitet
Im Kragen der Leibchen ist ein Regenbogen eingearbeitet
© Under Armour

Gemeinsam mit Ausrüster Under Armour hat der FC St. Pauli sein neues Trikot für die kommende Saison der 2. Fußball-Bundesliga vorgestellt. Schauplatz der Trikotpräsentation war allerdings nicht der Hamburger Kiez: Das Leibchen, das mit einer Besonderheit im Kragen aufwartet, wurde erstmals am Under-Armour-Hauptsitz in Baltimore enthüllt.
Reisen ins Ausland zum Zweck der Internationalisierung sind ansonsten eher etwas für den FC Bayern München, Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen. Dass der FC St. Pauli als Fast-Absteiger aus der 2. Liga auch den Sprung über den großen Teich wagt, hat zum einen mit der Strahlkraft der Marke zu tun, die durchaus über die deutschen Landesgrenzen hinaus reicht. Vor allem aber hat der Kiezclub mit Under Armour einen amerikanischen Ausrüster, der Wert auf die Präsenz des Gesponserten am Firmensitz legt. Im Rahmen der rund einwöchigen USA-Reise des FC St. Pauli fand nun auch die Präsentation der neuen Trikots für die kommende Spielzeit statt. Das Jersey ist wie üblich in den Farben Weiß und Braun gestaltet. Bunt wird es hingegen auf der Rückseite: In den Kragen ist ein kleiner Regenbogen eingearbeitet. Auf der Traininsgkleidung ist zusätzlich der Spruch "Football has no Gender" zu lesen.
Das neue Trikot des FC St. Pauli von vorn
Das neue Trikot des FC St. Pauli von vorn (© Under Armour)
Die Hamburger wollen auf diese Weise ein Zeichen für Vielfalt setzen und ihrem Image als Club, der keinerlei Diskriminierung zulässt, gerecht werden. Erst kürzlich hatte der Verein angekündigt, sexistische Werbung aus seinem Stadion verbannnen zu wollen. Erstmals präsentiert haben Under Armour und St. Pauli die Trikots im Rahmen eines Treffens mit der Organisation "Football without Borders", die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Ländern und Kulturen durch den Mannschaftssport Teamgeist und den Spaß an der Bewegung nahe zu bringen.

Die Partnerschaft mit Under Armour wurde von eingefleischten St. Pauli-Fans allerdings immer wieder kritisch beäugt - auch wenn Geschäftsführer Andreas Rettig erklärt, eine gestiegene Anzahl an Trikotverkäufen würde die Akzeptanz des Ausrüsters belegen. So unterhält die Firma traditionell eine große Nähe zum US-Militär, einer Institution, die nicht gerade als Vorreiter bei Werten wie Vielfalt und Toleranz gilt. Im vergangenen Jahr gab es zudem sogar einen offiziellen Rüffel aus St. Pauli für Under-Armour-Chef Kevin Plank, weil dieser sich lobend über US-Präsident Donald Trump geäußert hatte.
St. Pauli Spielertunnel
© Nordpol / Under Armour

Mehr zum Thema

FC St. Pauli Under Armour und Nordpol verwandeln das Millerntor in eine Hölle

Von atmosphärischen Spannungen zwischen Under Armour und St. Pauli ist aktuell zwar nichts zu spüren. Allerdings war die Stimmung auf Seiten der Amerikaner sicher schon besser. Der Grund: Im ersten Quartal 2018 rutschte das Unternehmen noch tiefer in die roten Zahlen. Stand im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 2,3 Millionen Dollar, betrug der Verlust nunmehr bereits 30 Millionen Dollar. Einer der Gründe ist der harte Konkurrenzkampf auf dem Heimatmarkt, wo besonders der deutsche Rivale Adidas den Druck erhöht hat. Des Weiteren macht Under Armour hohe Sonderkosten wegen des Konzernumbaus für das schlechte Ergebnis verantwortlich. ire
HORIZONT Newsletter Newsline

täglich um 17 Uhr: die wichtigsten News. Insights. Inspirationen.

 


Meist gelesen
stats