Fußball-WM Deutsche sehen in Turnier-Vergaben ein Schmieren-Theater

Samstag, 24. Oktober 2015
Die Rechte für die kommenden Weltmeisterschaften werden erneut teurer
Die Rechte für die kommenden Weltmeisterschaften werden erneut teurer
Foto: HORIZONT

Geht es um die Vergabe von Fußball-Weltmeisterschaften, dann haben die Deutschen eine klare Meinung: 78 Prozent glauben, dass ohne Korruption in den vergangenen Jahren nichts gegangen ist. Das hat YouGov in einer Umfrage herausgefunden.
Seit einer Woche diskutiert Deutschland über eine Frage: Kam es bei der Vergabe der WM 2006 an Deutschland zu Unregelmäßigkeiten und Bestechungen? Der DFB hat dies in den vergangenen Tagen mehrfach vehement verneint, zuletzt DFB Präsident Wolfgang Niersbach in einer Pressekonferenz. Fragt man die Deutschen, überzeugen die Erklärungen aber wenig. Das zeigen Zahlen der Markt- und Meinungsforscher von YouGov in Köln, die HORIZONT exklusiv vorliegen. Danach glauben 78 Prozent der Deutschen grundsätzlich, dass es in den vergangenen Jahren bei der Vergabe der Weltmeisterschaften Korruption gegeben hat.

Hat es Korruption bei WM-Vergaben gegeben?

Quelle: YouGov / Stichprobengröße: 1165 Deutsche
Und was bedeutet das für die WM 2006? Hier sagen 61 Prozent, dass es auch bei Entscheidung für Deutschland als Austragungsort zu Bestechungen gekommen ist. Noch höher sind die Werte für die anstehenden Turniere in Russland (2018) und Katar (2022). Hier gehen die Deutschen zu 67 Prozent beziehunsgweise 70 Prozent davon aus, dass die Fifa-Entscheidungen mit Geld beeinflusst worden sind.

Bei welchen WM-Vergaben hat es Korruption gegeben?

Quelle: YouGov / Stichprobemgröße: 1165 Deutsche
Mit Blick auf das Sommermärchen 2006 sagen immerhin 28 Prozent, dass es das wert war - sollte die WM-Vergabe wirklich erkauft gewesen sein. Vor allem 25- bis 37-Jährige haben damit keine Probleme (37 Prozent), während bei der Gruppe ab 55 Jahren die Zustimmung auf 23 Prozent abfällt.

War das Sommermärchen 2006 die Korruption wert?

Quelle: YouGov / Stichprobengröße: 1165 Deutsche
Derweil droht dem DFB neuer Ärger. Wie Spiegel Online am Freitagnachmittag berichtete, hat der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach belastet. "Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab", wird der ehemalige Fußball-Funktionär im Spiegel zitiert. Und weiter: "Es ist ebenso klar, dass der heutige DFB-Präsident davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach." mir
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