Fußball-Studie der TU Braunschweig Borussia Dortmund verteidigt erneut die Markenmeisterschaft vor Bayern München

Montag, 12. September 2016
Borussia Dortmund bleibt die stärkste Vereinsmarke in Deutschland
Borussia Dortmund bleibt die stärkste Vereinsmarke in Deutschland
Foto: Borussia Dortmund

Im alljährlichen Ranking der TU Braunschweig zu den stärksten Vereinsmarken der Fußball-Bundesliga ist Borussia Dortmund zum fünften Mal in Folge die Nummer 1. Der amtierende Vizemeister kann den FC Bayern München damit einmal mehr auf Distanz halten. Größter Aufsteiger ist RB Leipzig.
Maßgebliche Faktoren für das Ranking sind die Bekanntheit und die Stellung des Vereins, die sich aus mehreren Kriterien wie sympathisch, kompetent und fortschrittlich zusammensetzt. Dafür haben die Forscher 4.122 Menschen aus Deutschland im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt.
Der BVB gewinnt das Ranking mit einem Indexwert von 66,43 von maximal 100 Punkten, der FC Bayern München bringt es auf 59,43 Punkte. Den Dortmundern kommen dabei vor allem ihre hohen Sympathiewerte zugute: Der Untersuchung zufolge ist Borussia Dortmund aktuell der sympathischste deutsche Fußball-Verein, während die traditionell stark polarisierenden Münchner den drittniedrigsten Sympathiewert unter den 36 Vereinen der Ersten und Zweiten Bundesliga aufweist.
Die Markenstärke der Fußball-Bundesligisten
Die Markenstärke der Fußball-Bundesligisten (Bild: TU Braunschweig)
"Begleitet von einer sportlich und wirtschaftlich erfolgreichen Gesamtentwicklung des Vereins hat sich Borussia Dortmund im Zuge eines professionellen Markenmanagements in den zurückliegenden Jahren ein sehr positives Vereinsmarkenbild in der öffentlichen Wahrnehmung aufgebaut", sagt Jan Dreisbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der TU Braunschweig.

Zu den großen Aufsteigern des diesjährigen Rankings gehört der Hamburger SV. Der lange Zeit kriselnde Nordclub hat sich sportlich stabilisiert und fällt nicht mehr in erster Linie durch Negativ-Berichterstattung auf. Die Belohnung: Eine Verbesserung um ganze acht Ränge. Den umgekehrten Weg geht der FC Augsburg: Der Club zählt zwar unter Markengesichtspunkten weiterhin zu den sympathischsten Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga, jedoch führte das Ausbleiben eines erneuten sportlichen Höhenfluges zu einem Absinken der Einschätzung des FC Augsburg als "sehr guter" und als "sehr attraktiver" Verein, erklärt Dreisbach.

Gemessen am Indexwert ist allerdings RB Leipzig der große Gewinner. Der von Red Bull gesponserte Bundesliga-Aufsteiger, der erst gestern Markenmeister Borussia Dortmund mit 1:0 besiegen konnte, verzeichnet die stärksten Zuwächse unter allen Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga (Markenindex: 29,09 Punkte, +8,86 Punkte). Im vergangenen Jahr waren die "Roten Bullen" noch Letzter des Rankings.
(Bild: TU Braunschweig)
"RasenBallsport Leipzig verbessert erkennbar seine Vereinsmarkenstärke gegenüber dem Vorjahr und gehört zu den Aufsteigern im Vereinsmarkenranking", sagt Studienleiter David Woisetschläger. "Die kritische Wahrnehmung des Vereins zeigt sich aber nach wie vor anhand des vorliegenden Sympathiewerts des Vereins. Dieser konnte zwar gesteigert werden, ist aber erneut der niedrigste unter den 36 Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga."

Ein gutes Beispiel, dass sportlicher Erfolg und eine gute Markenperformance nicht zwingend Hand in Hand gehen, liefert der FC St. Pauli. Der Kiezclub, der für die neue Zweitliga-Saison seinen Markenauftritt geschärft hat, punktet vor allem in den Kategorien einzigartig, emotional, authentisch. Ähnlich erklärt sich die Markenstärke des SC Freiburg, der nicht nur ansprechenden Offensivfußball bietet, sondern auch als nachhaltig, vertrauenswürdig und bodenständig wahrgenommen wird. ire
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