Fußball-Bundesliga Wie Köln und Wolfsburg um neue Mitglieder buhlen

Mittwoch, 02. April 2014
Köln und Wolfsburg buhlen um neue Mitglieder
Köln und Wolfsburg buhlen um neue Mitglieder


Die Vereine der Fußball-Bundesliga entdecken zunehmend klassische Werbekampagnen als Maßnahme zur Mitgliedergewinnung. Bayer Leverkusen wählte diesen Weg in diesem Jahr bereits, nun ziehen der rheinische Lokalrivale 1. FC Köln sowie der VfL Wolfsburg nach. Beide Vereine rufen ihre Fans derzeit mit umfangreichen Kampagnen dazu auf, sich noch stärker mit ihrem Lieblingsclub zu identifizieren und dies auch durch die Zahlung eines Mitgliedsbeitrages auszudrücken. Bei den Kölnern handelt es sich eigenen Angaben zufolge dabei um eine der größten Kampagnen der Vereinsgeschichte.
Der Werbeauftritt steht unter dem Motto "Zwei Farben. Eine Liebe" und umfasst Anzeigen, Radiospots, Plakate und Videos sowie zahlreiche Fan-Aktionen. Die Gesichter der Kampagne sind eigens gecastete FC-Mitglieder, die Radiospots haben Vereinspräsident Werner Spinner und die Vizepräsidenten Markus Ritterbach und Toni Schumacher, zugleich Kölner-Torhüterlegende, eingesprochen. Um den Fans die Entscheidung zu erleichtern, ist bei einem Vereinsbeitritt vor dem 1. Juni 2014 der Rest der Saison, die noch bis zum 30. Juni läuft, beitragsfrei. Bei der Entwicklung der Kampagne arbeitete der Verein mit der Agentur Artenreich zusammen.

"Wir wollen die vielen Tausend Freunde und Fans, die dem FC und Köln verbunden sind, dazu animieren, noch einen Schritt über ihre emotionale Bindung hinaus zu gehen, Farbe zu bekennen und Mitglieder der FC-Familie zu werden", erläutert Spinner die Ziele der Kampagne. "Diese Familie ist unschlagbar und je größer sie wird, desto größer ist das Erlebnis für uns alle. Die bisherige Mitgliederzahl zeigt die enorme Verbundenheit in der Region mit dem 1. FC Köln. Dennoch glauben wir, dass in einer Millionenstadt wie Köln mit ihrem großen Umfeld noch eine größere Zahl möglich ist."

Bislang zählt der 1. FC Köln 57.000 Mitglieder und liegt damit auf Platz sechs in Deutschland hinter Bayern München, Schalke 04, Borussia Dortmund, dem Hamburger SV und - was die Domstädter besonders wurmt - auch hinter dem Lokalrivalen Borussia Mönchengladbach. "Zumindest diesen Platz sollten wir uns doch relativ schnell zurückerkämpfen können mit der Kampagne", sagt denn auch FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. "Und dann setzen wir uns nach oben kein Limit."

Der VfL Wolfsburg indes würde gerne dorthin kommen, wo die Kölner bereits sind: In die Riege der mitgliederstärksten deutschen Vereine. Bislang stehen für die Fußball-Abteilung 19.500 Mitglieder zu Buche. Diese Zahl will der Deutsche Meister von 2009 mit der Kampagne "Mein letztes Hemd" nun vergrößern. Auf Großplakaten, Citylights und in Kinospots, die im Wolfsburger Cinemaxx zu sehen sind, werben sieben Bundesliga-Profis sowie die Kapitänin der Frauen-Bundesligamannschaft Nadine Kessler um die Gunst der potenziellen Beitragszahler.

"Wir wollten den Gedanken, der hinter dem Slogan steckt, visuell deutlich machen und unsere Spieler miteinbinden. Die Motive sind natürlich auch echte Eye-Catcher. Unabhängig davon merken wir aber auch, dass die Identifikation unserer Fans mit dem VfL sehr groß ist, dass tatsächlich diese Bereitschaft, alles für unseren Verein zu geben, bei unseren Anhängern existiert. Genau deshalb passen die Bilder und der Slogan so perfekt zueinander. Es sind sehr gute Motive, hinter denen eine starke Botschaft steckt", so VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann. Konzipiert wurde die Kampagne von der Kölner Agentur Milk.

Natürlich gibt es auch hier einen Appetithappen: Bis zum 30. Juni 2015 wird monatlich unter allen alten wie neuen Mitgliedern je ein beim Spiel getragenes Trikot eines aktuellen VfL-Spielers oder einer aktuellen Spielerin verlost. ire
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