Fußball-Bundesliga DFL meldet elften Umsatzrekord in Folge – und fordert weiteres Wachstum

Mittwoch, 27. Januar 2016
Christian Seifert
Christian Seifert
Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Die 18 Clubs der Fußball-Bundesliga haben in der Saison 2014/15 einen Rekordumsatz von 2,62 Milliarden Euro erzielt. Das ist ein Plus von rund 7 Prozent. Auch wenn die Bundesliga damit ihren Wachstumskurs fortsetzen konnte: Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), sieht die Liga weiter unter starkem Wachstumsdruck.
Der Liga-Umsatz setzt sich im Wesentlichen aus drei Säulen zusammen: Die mediale Verwertung macht mit 731,1 Millionen Euro den größten Anteil aus, nämlich knapp 28 Prozent. Es folgen Werbeerlöse (672,7 Millionen) und Spielerträge (520,6 Millionen). Das sei in dieser Zusammensetzung in Europa relativ einzigartig, so Seifert bei der Vorstellung des Bundesliga-Reports in Köln. Allerdings schätzt er, dass der Anteil der Medienerlöse in naher Zukunft auf etwa 35 Prozent wachsen dürfte. Nun schreibt die DFL derzeit bekanntlich die nationalen Medienrechte für die vier Spielzeiten ab der Saison 2017/18 aus. Derzeit prüft das Bundeskartellamt die Unterlagen. Abgeschlossen wird der Prozess wohl erst im Mai oder Juni. Das Ziel: Eine deutliche Steigerung der Einnahmen von derzeit durchschnittlich 628 Millionen Euro pro Jahr. Für großen Druck sorgt dabei der im vergangenen Jahr geschlossenen Medienvertrags in England, wo die Clubs in vier Jahren stolze 7 Milliarden Euro verdienen.
„Dieses Ziel erreicht man nicht, wenn man alle vier Jahre nationale Medienrechte ausschreibt und abwartet, was dabei herauskommt.“
Christian Seifert
Seifert hatte bereits beim Neujahrsempfang der Bundesliga vor zwei Wochen erklärt, dass England kaum einzuholen sei und man keinem "Umsatzphantom" hinterherjagen wolle. Gleichwohl betont der DFL-Chef, dass alles andere als Wachstum für die Liga keine Option sei, wenn sie weiterhin zu den Top-Ligen in Europa gehören wolle. Um auch in Zukunft zu den drei stärksten Ligen in Europa zu gehören, müsse die Bundesliga zwischen 2025 und 2030 einen Umsatz von 5,5 bis 6 Milliarden Euro erzielen, rechnet Seifert vor.

Wie man dahin kommt, müsse gemeinsam mit dem Ligaverband diskutiert werden. Jedenfalls betreffe die Prognose alle Einnahmekategorien: "Dieses Ziel erreicht man nicht, wenn man alle vier Jahre nationale Medienrechte ausschreibt und abwartet, was dabei herauskommt", so Seifert. Auch über das Ob müsse man sprechen: "Entweder man spricht über Wachstumsperspektiven – oder man diskutiert über das Ziel", so der DFL-Chef. Dass die Bundesliga ihren Status als europäische Top-Liga aufgeben würde, ist allerdings kaum vorstellbar.

Nicht äußern wollte sich Seifert zu den Feinheiten der bevorstehenden Ausschreibung. Seit Kurzem wird spekuliert, dass die "No Single Buyer Rule" kommen könnte – also dass nicht nur ein Anbieter alle Spiele live zeigt, so wie das derzeit Sky tut. Diese Regelung sei aktuell Gegenstand der Gespräche mit dem Bundeskartellamt, so Seifert. Er sagt aber auch: "Es gibt in Europa kein Land mehr, wo ein Anbieter über eine Technologie alle Rechte besitzt."

In ihrer Gesamtheit setzten die Clubs der ersten und zweiten Bundesliga 3,13 Milliarden Euro um. Nach Steuern erzielten die 36 Bundesligisten einen Gewinn von 56,4 Millionen Euro. Auf EBITDA-Basis (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) schrieben 34 Clubs schwarze Zahlen. Eine Folge der positiven wirtschaftlichen Entwicklung: Der Profifußball bietet in Deutschland derzeit so viele Jobs wie nie, nämlich genau 50,237. ire
Meist gelesen
stats