Fundstück der Woche Wie der norwegische Blindenverband humorvoll gegen Vorurteile kämpft

Montag, 20. Januar 2014
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Blinde haben weltweit mit vielen Problemen zu kämpfen. Eines, das eigentlich keines sein müsste, nimmt der norwegische Blindenverband Norges Blindeforbund (NAPB) in einer aktuellen Kampagne gelungen aufs Korn. Denn die Verbandsmitglieder stehen immer wieder vor dem Problem, dass ihre Blindenhunde an öffentlichen Orten nicht willkommen sind. Hier macht die von Try/Apt kreierte Kampagne klar: Es könnte schlimmer sein. Viel, viel schlimmer.
Die Gründe für die alltägliche Ablehnung von Blindenhunden sind für sich genommen stets harmlos, aber für die Bewegungsfreiheit ihrer Besitzer in Summe fatal. Denn wenn ein Blindenhund nicht ins Taxi gelassen wird, weil er möglicherweise haart, oder aus Hygiene-Gründen nicht ins Restaurant darf, ist auch sein Besitzer von diesen Orten ausgeschlossen.

Um deutlich zu machen, dass ein anwesender Blindenhund nicht gleich das Ende der Welt bedeutet, lädt die Osloer Kreativagentur Try/Apt in "Could have been worse" zu einem Gedankenspiel ein: Was wäre eigentlich, wenn Blinde sich von anderen Tieren durch den Alltag führen ließen? Der mit lakonisch skandinavischem Humor gedrehte Film spielt einige der aberwitzigsten Ideen durch: Von der Blindengans, die mit ihrem Geschnatter den Taxifahrer zum Wahnsinn treibt, über den Blindenesel, der partout nicht in den Bus will, bis hin zum Blindenstier, der eine rote Tischdecke im Restaurant gründlich falsch versteht, ist alles dabei. cam
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