Freundschaftskampagne von Coca-Cola Diese Begriffe dürfen nicht auf die Coke-Flasche

Freitag, 19. Juli 2013
Noch möglich, bald wohl nicht mehr: "Trink ne Coke mit Müll" (Bild: Screenshot)
Noch möglich, bald wohl nicht mehr: "Trink ne Coke mit Müll" (Bild: Screenshot)


Coca-Cola sieht sich selbst gerne als Motor des Glücks: In seiner weltweiten Kommunikation setzt der Getränkehersteller einen starken Akzent auf positiv besetzte Werte wie Völkerverständigung, Freundschaft und Freude. Jüngster Streich war die Aktion "Trink ne Coke mit ...", bei der die Konsumenten einen Namen oder Begriff ihrer Wahl auf die Cola-Flache zaubern können. Doch die Kampagne treibt auch seltsame Blüten. So hat Coca-Cola eine Blacklist mit Wörtern veröffentlicht, die man lieber nicht auf dem eigenen Produkt lesen möchte. Die Liste ist öffentlich einsehbar unter coke.de/www/config.json. Darauf finden sich nach Unternehmensangaben unter anderem Beschimpfungen (z. B. "Spakko"), politisch motivierte Aussagen ("Faschismus") oder Begriffe mit religiösem Bezug ("Mohammed"). Doch Coca-Cola denkt offensichtlich noch darüber hinaus: Auch die Konkurrenz von Bacardi möchte man nicht auf den Flaschen sehen, ebensowenig wie "Zucker".

Aber das System ist selbstverständlich nicht lückenlos. Noch vor wenigen Tagen amüsierte sich Allfacebook-Autor Patrick Schneider darüber, dass der Vorschlag seines Kollegen Jens Wiese "Trink ne Coke mit Keimen" problemlos funktionierte. Auch "Müll" lässt sich Stand heute noch in die Leerstelle einsetzen. Doch offensichtlich bastelt Coke permanent an der Blacklist: "Keime" lehnt das System mittlerweile ab - folgerichtig dürfte auch "Müll" bald von der Liste der möglichen Begriffe verschwinden.

Nun gibt es im Netz unterdessen auch eine deutlich leserfreundlichere Alternative zu der unübersichltichen Coke-Blacklist. Die Braunschweiger Agentur Zeitgeist entwarf unter deinecola.de kurzerhand eine Klickstrecke, auf der die gesperrten Begriffe aufgelistet werden. "Ursprünglich sind wir auf die Blacklist von Coca-Cola durch den Facebook-Post eines Bloggers aufmerksam geworden", erklärt Projektmanager Alexander Wagner. "Da diese Liste allerdings nur eine nicht sehr hübsche .json-Datei ist, haben wir einfach spontan das gemacht, was wir sowieso den ganzen Tag machen - Webseiten bauen."

Wagner betont jedoch, dass es den Agenturleuten dabei nicht darum gegangen sei, die Coke-Aktion zu verspotten: "Wir sind große Fans der originalen Kampagne und hoffen, dass Coca-Cola genauso drüber lachen kann wie wir." ire
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