Forsa-Umfrage Online-Werbung stört die Nutzer zunehmend

Montag, 12. Dezember 2016
Die Deutschen nehmen Online-Werbung zunehmend negativ wahr
Die Deutschen nehmen Online-Werbung zunehmend negativ wahr
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Forsa


Dass Werbung als Begleiterscheinung der medialen Nutzung zwar hingenommen, aber wenig geschätzt wird, ist - unabhängig von ihrer Wirkung - bekannt. In der öffentlichen Wahrnehmung kommen dabei meist die "nervigen TV-Werbespots" schlecht weg. Doch auch die Werbung im Internet macht laut einer HORIZONT-Exklusivumfrage im November keine gute Figur.
Rund 500 vom Institut Forsa per repräsentativer CATI-Interviews befragte Personen ab 14 Jahren registrieren zum einen fast durchweg eine zunehmende Werbeflut im Internet und empfinden diese zum Zweiten überwiegend als störend. Dies gilt sowohl für Männer und Frauen als auch für die unterschiedlichen Altersklassen, auch wenn sich im Detail einige unterschiedliche Einschätzungen herauskristallisieren. So scheinen Frauen und Personen über 50 Jahre sich mit einer Ablehnungsquote von 57 Prozent durch Werbung weniger stark bei der Nutzung der Inhalte gestört zu fühlen als Männer (67 Prozent) und Personen zwischen 30 und 49 Jahren (69 Prozent). Jüngere Befragte bis 29 Jahre stören sich offenbar, zumindest in Relation zu den anderen Befragten, etwas weniger an schnell wegklickbarer beziehungsweise gut gemachter Werbung. Anders sieht dies bei Bewegtbild-Werbeformaten aus, die sich beim Mouse-over von alleine in Bewegung setzen: Für fast zwei Drittel der Jüngeren ist dieses Format besonders störend, während es bei über 50-Jährigen nur bei 37 Prozent so wahrgenommen wird.
Online-Werbung geht den Nutzern zunehmend auf die Nerven
Online-Werbung geht den Nutzern zunehmend auf die Nerven (© HORIZONT)
Die subjektive Wahrnehmung ist eindeutig: Für vier von fünf Usern hat die Werbung im Internet zugenommen. Bei unter 50-Jährigen sind es mit 86 Prozent sogar noch mehr, die die Werbeflut registrieren - und etwa zwei Drittel davon empfinden diese auch als störend. Die ablehnende Haltung gilt – in abgestufter Form - offenbar für digitale Werbung allgemein, denn nur ein Fünftel der Befragten gibt an, diese störe nicht, da sie "einfach dazugehören". 56 Prozent stimmen dieser Aussage (überhaupt) nicht zu. Für 46 Prozent gilt dies selbst bei "gut gemachter Werbung".
Durchaus überraschend: Die Jugend mag keine Bewegtbildwerbung
Durchaus überraschend: Die Jugend mag keine Bewegtbildwerbung (© HORIZONT)
User wollen beim Surfen nicht gestört werden. Internetwerbeformate, die sich ungewollt in den Vordergrund schieben, kommen entsprechend schlecht im Urteil der Befragten weg. Insbesondere Bewegtbildwerbung, die von alleine anfängt zu laufen, wird von fast jedem Zweiten als besonders störend empfunden; bei 14- bis 29-Jährigen sind es sogar fast zwei Drittel. Auch Formate, die sich beim Mouse-over vergrößern, sowie in den redaktionellen Kontext eingebundene Werbung werden von rund 40 Prozent als besonders störend wahrgenommen. joz
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