Formel E Mit Vollgas in die neue Runde

Donnerstag, 13. Oktober 2016
Am 9. Oktober fiel in Hongkong der Startschuss in die dritte Saison
Am 9. Oktober fiel in Hongkong der Startschuss in die dritte Saison
Foto: FIA Formula E
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Am 9. Oktober startet die Formel E erst in ihre dritte Saison. Und doch nimmt die Rennserie mit E-Fahrzeugen nun schon gehörig an Fahrt auf. Ab der Saison 2016/17 geht erstmals das Werksteam von Jaguar an den Start. Vor dem ersten Rennen in Hongkong kündigten weitere Hersteller den Einstieg an. Audi, BMW und jüngst auch Mercedes haben verkündet, dass auch sie einen Werkseinsatz in der ersten vollelektrischen Rennserie in Erwägung ziehen. Zudem bauen die beiden Hersteller Renault und DS Automobile ihre Aktivitäten weiter aus.

Die Formel E ist im Aufschwung: Lars Stegelmann, Executive Vice President Sales Operations bei Nielsen Sports, hat in seiner früheren Position das Vermarktungskonzept für die elektrische Rennserie konzipiert und weiß die Bedeutung der Serie  einzuschätzen: „Die Formel E ist einerseits eine Technologieplattform, die eine Entwicklung vorantreiben möchte. Andererseits wird sie für die Hersteller und Sponsoren auch als Marketingplattform verstanden, um auf dem Entwicklungsgebiet der E-Mobilität entsprechende Präsenz zu zeigen.“ Doch die Geschwindigkeit, in der die  Formel E sich entwickelt, erstaunt auch den Experten: „Die Formel E hat es de facto geschafft, aus dem Stand  eine ganzjährige, globale Serie hinzustellen. Das ist eine unglaubliche Leistung“, so Stegelmann.

Jaguar ist in der dritten Saison in die Formel E eingestiegen
Jaguar ist in der dritten Saison in die Formel E eingestiegen (Bild: Jaguar)
Es ist so weit: Nach zwölf Jahren ist die Raubkatze zurück im Rennen! Aber nicht in der Formel 1, sondern in der Formel E. Ohrenbetäubende Motoren waren gestern, Jaguar setzt künftig auf Rennwagen, die leise durch die  großen Metropolen weltweit schnurren. Laut Nick Rogers, Vorstand für das Ressort Produktentwicklung bei Jaguar Land Rover, kommt Großes auf die Automobilbranche zu: „In den nächsten fünf Jahren wird sich die Automobilwelt stärker verändern als in den letzten drei Jahrzehnten zusammen.“ Es ist also nur eine logische Folgerung, dass Jaguar nun durch die Plattform die Entwicklung der E-Mobilität für Straßenfahrzeuge  vorantreiben will. Hauptsponsor des Teams ist Panasonic. Das britische Unternehmen zieht im Bereich E-Mobilität nach und plant bis 2019 zwei rein elektrische Modelle auf den Markt zu bringen. In der aktuellen Saison ist noch Luft nach oben. Das Jaguar-Team fuhr im ersten Lauf nur auf den achten Rang.
Renault ist von Beginn an in der Formel E mit an Board
Renault ist von Beginn an in der Formel E mit an Board (Bild: Renault)
Zwei Saisons – zwei Gesamtsiege. Für Renault hätte es mit dem E-Dams-Team in der Formel E bislang nicht besser laufen können. Es ist also nicht überraschend, dass beim Auftakt der dritten Saison in Hongkong Renault-Fahrer Sebastien Buemi erneut an die Spitze fährt. Renault zieht auch für die Serie Nutzen aus der Teilnahme an der Formel E: Auf dem Pariser Autosalon hat das Unternehmen die elektrische  Studie Trezor vorgestellt. Der Elektromotor basiert auf dem Motor, der bei dem Renault E-Dams-Team in der Formel E zum Einsatz gekommen ist.
In der dritten Saisonhat DS sich mit José María López einen dreimaligen  TCC-Weltmeister ins Rennteam geholt.
In der dritten Saisonhat DS sich mit José María López einen dreimaligen TCC-Weltmeister ins Rennteam geholt. (Bild: DS Automobiles)
DS Automobiles wurde erst vor zwei Jahren offiziell als eigenständige Marke aus der Taufe gehoben. Das  französische Unternehmen nutzt deshalb die Plattform Formel E, um die Marke neu zu erfinden. Seit der zweiten Saison arbeiten DS Automobile und Virgin im DS Virgin Racing Formula E Team zusammen. Die Vereinbarung mit dem DS Virgin Racing Team ist auf drei Jahre angesetzt. Derzeit arbeitet DS an einer Markenprofilierung. Neben der Formel E will sich DS in drei weiteren Kulissen inszenieren: Fashion, Kulinarik und Kunst.
Auch Audi liebäugelt mit einem Einstieg in die elektrische Rennserie
Auch Audi liebäugelt mit einem Einstieg in die elektrische Rennserie (Bild: Audi)
Der motorsportverbundene Hersteller Audi hat sein Engagement beim Formel-E-Team ABT Schaeffler Audi Sport unbefristet ausgeweitet. Zudem ist geplant, dass die Formel E in der Saison 2017/18 zu einem werkseitigen Motorsport-Programm erweitert wird. Wie bei der DTM hat Audi im Vorfeld bewusst das Tuning-Unternehmen ABT vorgeschickt und ist dann nachgezogen. Der Motorsport soll genutzt werden, um das Thema Elektromobilität attraktiver für potenzielle Kunden zu gestalten. Deshalb will Audi die Events auch für Cross-Promotion nutzen und das Publikum verstärkt einbinden – angedacht sind unter anderem Probefahrten an der Rennstrecke.
BMW zeigt Interesse an einem Werkseinsatz in der Formel E
BMW zeigt Interesse an einem Werkseinsatz in der Formel E (Bild: BMW)
BMW denkt über ein Werksengagement in der Formel E nach. Das hat das Münchner Unternehmen erst jüngst Ende September bei der Bekanntmachung der globalen Motorsport-Strategie veröffentlicht. BMW wird künftig eine Kooperation mit dem Team des ehemaligen amerikanischen Rennfahrers Michael Andretti eingehen. Die Partnerschaft beinhaltet eine Zusammenarbeit auf Ingenieursebene und eine Nutzung der Ressourcen. BMW will sich somit einen Überblick über die Abläufe in der Formel E  verschaffen. Die Dauer beläuft sich auf die nächsten zwei Saisons. In dieser Zeit soll geprüft werden, ob ab der fünften Saison 2018/19 auch ein Werksengagement denkbar ist. Zudem bleibt BMW i weiterhin „Official Vehicle Partner“ und stellt mit dem Plug-in-Hybrid BMW i8 das Safety Car und mit dem vollelektrischen BMW i3 das Medical Car der elektrischen Rennserie. Diese HORIZONT-Ausgabe jetzt gratis als E-Paper lesen: Einfach eine E-Mail mit Stichwort "Automarketing" an aboservice@horizont.net schicken.

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