Formel-E-CEO Agag im Interview "Nissan und Tesla sind natürlich willkommen"

Freitag, 30. Juni 2017
Formel-E-CEO Alejandro Agag beim E-Prix in Berlin-Tempelhof
Formel-E-CEO Alejandro Agag beim E-Prix in Berlin-Tempelhof
Foto: Bullwinkel

Ein bisschen ist Alejandro Agag für die elektrische Rennserie Formel E das, was Bernie Ecclestone bis vor kurzem für die Formel 1 war: Promoter, Networker, das Gesicht nach außen. Am Rande des E-Prix in Berlin traf HORIZONT den spanischen CEO der Formula E Holdings zum Interview. Dort sprach der Unternehmer und ehemalige Politiker über das Marketingpotenzial der Serie, das zunehmende Interesse klassischer Autobauer sowie die neuen Zielgruppen im Sponsoring.

Alejandro Agag über ...

... die Entwicklung der Formel E:

"Verglichen mit dem ersten Jahr sind die Dimensionen heute schon ganz andere. Das Momentum spricht für die Formel E: Nicht nur die Autobranche, sondern die gesamte Industrie zeigt sich deutlich stärker interessiert an Nachhaltigkeit und Umweltschutz und sucht nach Projekten, die einen positiven Einfluss auf diese Themen unserer Zeit haben. Die Formel E mit ihrem Ziel, Elektromobilität, saubere Energien und saubere Städte zu promoten, ist für viele Firmen sehr attraktiv."

Die Formel E

Die Formel E ist die einzige Motorsportrennserie, an der ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge teilnehmen. Gestartet im Herbst 2014, befindet sie sich inzwischen im Schlussdrittel ihrer dritten Saison; am Start sind zehn Teams (aus Deutschland Abt Schaeffler Audi Sport) mit je zwei Fahrern. Gefahren wird in den Metropolen der Welt oder auf stadtnahen Kursen. Der deutsche E-Prix fand am 10. und 11. Juni auf dem Flughafengelände Berlin-Tempelhof statt - durchgeführt von der Event-Agentur Gil und Weingärtner.

... das steigende Interesse der Branche:

"Der Hauptgrund ist die Tatsache, dass sich die Autobranche stark in Richtung Nachhaltigkeit und E-Mobilität bewegt. Alle Hersteller werden demnächst auch elektrische Autos in ihrem Portfolio haben. Die Formel E ist dafür im Motorsport die einzige Plattform - und damit ein idealer Showcase, um das eigene Know-how zu präsentieren. Hinzu kommen der steigende Mediawert der Serie und die sehr guten Hospitality-Möglichkeiten zur Kunden- und Mitarbeiterbindung.

... potenzielle Neuzugänge:

"Natürlich wäre zum Beispiel Nissan als einer der führenden Hersteller in Sachen E-Mobilität ein Gewinn für den Wettbewerb - aber nicht als Renault-Ersatz, sondern als Ergänzung. Außerdem würde ich gerne Tesla in der Formel E sehen. Aber wir sind auch sehr glücklich mit den Herstellern, die derzeit in der Serie aktiv sind."

... die autonome Rennserie "Robo Race":

"Robo Race ist eine unabhängige Rennserie, die wir in unsere Veranstaltungen integriert haben und ihr so die nötige Aufmerksamkeit verschaffen. Das ist ein perfektes Zusatzelement für die Show rund um die Formel E. Robo Race ist attraktiv für Tech-Firmen oder auch Versicherungen, denn mit dem autonomen Fahren ergeben sich für die Industrie ganz neue Herausforderungen und Chancen. Ich weiß zum Beispiel, dass viele Firmen aus dem Silicon Valley Interesse an Robo Race haben."
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Bild: Thjnk

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... den Werbe-Deal mit der Disney-Franchise "Cars":

"Wir wollen die jüngere Generation für die Formel E begeistern, da ist diese Partnerschaft nur sinnvoll. Gerne hätte ich schon in "Cars 3" in diesem Jahr ein Elektroauto gehabt, aber dafür war der Vorlauf leider zu knapp. Ich bin aber sicher, dass im vierten Teil ein solches vertreten sein wird." fam

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