Foodora McDonald’s Deutschland kündigt massiven Ausbau von Lieferservice McDelivery an

Montag, 20. März 2017
Foodora liefert jetzt auch McDonald's-Menüs aus
Foodora liefert jetzt auch McDonald's-Menüs aus
Foto: Foodora
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Über Jahre hat sich McDonald’s beim Thema Lieferservice nur auf lokale Tests beschränkt. Jetzt will der Fastfood-Marktführer das Thema nicht mehr der Konkurrenz überlassen und schaltet mit einem ehrgeizigen Programm auf Angriff. Bis Ende 2017 sollen mindestens 200 McDonald’s-Restaurants den Lieferservice anbieten. Von dem Programm könnte auch der exklusive Logistik-Partner Foodora profitieren, dem dank McDonald’s auch die Expansion in neue Städte gelingen könnte.

Die gewählte Strategie ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Anders als Burger King streut McDonald’s seine Präsenz nicht über mehrere Bestell-Lokale, sondern bindet sich exklusiv an Foodora. Damit wählt der Fastfood-Riese eine Option, bei der seine Restaurantbesitzer keine eigenen Kapazitäten zur Bestellungsauslieferung ausbauen müssen. Gleichzeitig ist das bis jetzt auf Restaurantbestellungen spezialisierte Foodora so klein, dass McDonald’s auf absehbare Zeit die Partnerschaft nach eigenen Wünschen gestalten können dürfte.

McDonald's steigt jetzt ins Lieferbusiness ein
McDonald's steigt jetzt ins Lieferbusiness ein (Bild: McDonald's)
So könnte die Partnerschaft auch in die andere Richtung funktionieren. Wie ein McDonald’s-Sprecher gegenüber HORIZONT Online bestätigt, könne man sich auch vorstellen, zusammen mit Foodora in neue deutsche Städte zu expandieren. Für den Lieferservice würde sich das Investitionsrisiko bei der weiteren Expansion verringern – ein echter Wettbewerbsvorteil im Kampf gegen den direkten Konkurrenten Deliveroo. Auf McDelivery.de sammelt die Fastfood-Kette schon jetzt die Adressen von interessierten Kunden, um lukrative Expansionsziele zu identifizieren.

Aufschlussreich ist auch, dass McDonald‘s schon zum Start des Bestelldienstes neue exklusive Produktoptionen für den Kanal definiert. Es gibt Menü-Kombinationen, die so im Restaurant nicht erhältlich sind: beispielsweise die Burger-Party (2 x 4 Klassiker nach Wahl) oder das Family Menü (1 Happy Meal und 2 Klassiker nach Wahl). Eine Liefergebühr fällt für den Gast ab einem Bestellwert von 15 Euro nicht an. Damit liegt McDonald‘s spürbar über den bei Foodora üblichen Mindestbestellwert von 12 Euro.

Die Expansion jenseits der beiden ursprünglichen Teststädte Köln und München läuft schon jetzt mit Hochdruck. Zum 1. April 2017 werden rund 100 Restaurants den Service anbieten, neben Köln und München unter anderem auch Filialen in Berlin, Essen, Düsseldorf, Hamburg, Bremen, Hannover, Mannheim, Bonn, Mainz, Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Nürnberg. Bis Dezember 2017 soll das Ziel von mindestens 200 Restaurants erreicht sein.

Dann könnte das Unternehmen auch schon besser einschätzen, welche Kunden man mit dem Lieferservice besonders gut erreicht. Bei Burger King zielt man dabei besonders auf jüngere, digital-affine Burger-Fans, für die das Smartphone zunehmend die primäre Schnittstelle zum Rest der Welt wird. Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender McDonald’s Deutschland, sieht eher eine generelle Veränderung in der Erwartungshaltung der Kunden: „Wir spüren, dass unsere Fans darauf gewartet haben. Jetzt können wir ihnen ihren persönlichen McDonald’s-Moment bieten, wo sie es möchten: Entweder in unseren Restaurants, die wir für die Zukunft rüsten, oder wir bringen ihnen ihre Lieblingsprodukte ganz einfach dorthin, wo sie gerade sind.“ cam

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