"Fly the friendly skies with a real airline" Wie Emirates sich am United-Desaster ergötzt

Donnerstag, 13. April 2017
Emirates geht auf United Airlines los
Emirates geht auf United Airlines los
© Emirates

Zwischen US-Airlines und Fluggesellschaften vom arabischen Golf herrscht nicht gerade ein freundliches Verhältnis - zu heftig ist der Kampf um Marktanteile. Kein Wunder also, dass Emirates in dem aktuellen PR-Desaster von United Airlines ein Thema zur Eigenwerbung sieht.
Auf dem unternehmenseigenen Youtube-Kanal veröffentlichte die Airline aus Dubai ein Video mit dem Titel "Fly the friendly skies with a real airline". Schon der Titel ist ein Affront, lautet der United-Claim doch "Fly the friendly Skies". Der Spot baut auf einem Zitat von United-Airlines-Chef Carlos Munoz auf. Der sagte Anfang März, bei den Fluggesellschaften vom Golf handele es sich gar nicht um Airlines. Vielmehr seien sie Werbe-Vehikel für die Länder, aus denen sie kommen, sagte der United-CEO in einem Interview.
Nicht nur sei man eine richtige Airline - man sei auch eine der besten, betont Emirates nun in dem Spot und verweist auf eine Auswertung von Tripadvisor. "Fly the friendly skies - this time for real" heißt es am Ende des Spots.
Mit der spontanen Werbeaktion weidet sich Emirates natürlich genüsslich an den Schwierigkeiten, in denen United Airlines und CEO Munoz derzeit stecken. Weil ein Passagier gewaltsam aus einer überbuchten Maschine entfernt werden sollte, hat das Unternehmen nicht nur ein PR-Desaster am Hals - es drohen nun auch rechtliche Schritte durch den Geschädigten.

Die Kampagne zeigt, wie scharf der Ton zwischen den US- und den Golf-Airlines tatsächlich ist. Erst kürzlich haben die CEOs von Delta, United und American Airlines in einem Brief an US-Außenminister Rex Tillerson die massive Subventionierung der arabischen Gesellschaften Etihad Airways, Emirates and Qatar Airways angemahnt, durch die der Wettbewerb verzerrt werde. Die Expansion dieser Unternehmen in den US-Markt werde daher amerikanische Jobs kosten, warnten die US-Chefs.
United Airlines Flugzeug
Bild: United Airlines

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Wirtschaftlich befinden sich beide Unternehmen etwa auf Augenhöhe: Emirates erlöste im Geschäftsjahr 2016 (Stichtag war der 31. März) 25,3 Milliarden Dollar und erzielte einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. United meldete für das vergangene Jahr einen Umsatz von 25,1 Milliarden Dollar und einen Gewinn in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar.

Allerdings beziehen sich die United-Zahlen auf die United-Continental-Gruppe inklusive der Regional-Airline United Express. Außerdem beförderte United mit 143 Millionen Passagieren deutlich mehr Fluggäste als Emirates, das im Jahr 2015 auf 51 Millionen Passagiere kam. ire
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