Filialschließungen So zieht die Commerzbank über die Konkurrenz her

Montag, 09. November 2015
Die Commerzbank zieht die Sparkassen durch den Kakao
Die Commerzbank zieht die Sparkassen durch den Kakao
Foto: Commerzbank

Die Commerzbank entwickelt sich allmählich zum Lästermaul der Bankenbranche. Erst kürzlich wurden die Wettbewerber in einem TV-Spot mit dem Vorwurf konfrontiert, die Interessen der Kunden aus dem Auge zu verlieren, nur auf die Provision zu schielen und nichts aus der Finanzkrise gelernt zu haben. Jetzt legt der Frankfurter Finanzdienstleister nach - und schlachtet die Filialschließungspläne einiger Banken werblich aus.
Ziel der neuerlichen Commerzbank-Attacke dürften vor allem die Deutsche Bank, die Sparkassen und die Volksbanken sein, die alle in den vergangenen Monaten mit Filialschließungen in die Schlagzeilen geraten sind. Die beiden von Thjnk entwickelten Werbefilme, die unter anderem via Facebook und Youtube verbreitet werden, kann man jedenfalls nur als bitterböse bezeichnen. Das erste Commercial mit dem Titel "Eingepackt - Schließung einer Bankfiliale" zeigt einen Banker, der gerade ein "Beratungsgespräch" mit einer Kundin führt, während die Filiale von Möbelpackern ausgeräumt wird.

Komisch ist das vor allem deshalb, weil der Berater sich von der kurz bevorstehenden Filialschließung völlig unbeeindruckt zeigt und die typischen Marketing-Luftblasen von sich gibt ("Denken Sie ruhig groß, mit uns ist das möglich!), während der verdutzten Kundin am Ende sogar der Stuhl unter ihrem Hintern weggezogen wird. "Immer mehr Banken schließen Filialen. Aber wir bleiben an Ihrer Seite", lautet die Botschaft, mit der die Commerzbank am Ende des Commercials um Kunden wirbt.
Das zweite Commercial läuft nach ähnlichem Muster ab. Diesmal ist es ein junges Pärchen, das sich just in dem Moment bei seinem Berater nach der Baufinanzierung erkundigen will, als der den Laden dichtmacht, weil "sich Filialen nicht rechnen", wie er den verblüfften Kunden mit auf den Weg gibt. Der rote Luftballon, den die beiden am Ende in die Hand gedrückt bekommen, deutet darauf hin, dass sich dieser Spot gegen die Sparkassen richtet.
Commerzbank Lena Kuske
Bild: Commerzbank

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Mit den beiden Filmen verschärft die Commerzbank ihre Gangart im Social Web weiter. Während die Kritik in den klassischen TV-Spots noch halbwegs moderat ist, zeigt das Unternehmen im Netz zunehmend Zähne. Jüngstes Beispiel war ein Video, in dem sich die Commerzbank über die Claims der Wettbewerber lustig machte. Für die aktuelle Aktion wurde sogar eigens eine Kamagnen-Website eingerichtet.  mas
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