Fifa-Hauptsponsoren Sony und Emirates springen beim Weltfußballverband ab

Montag, 03. November 2014
Zum WM-Gewinn gratulierte Fifa-Sponsor Emirates dem DFB-Team mit einer eigenen Anzeige
Zum WM-Gewinn gratulierte Fifa-Sponsor Emirates dem DFB-Team mit einer eigenen Anzeige
Foto: Unternehmen

Die Fifa verliert zum Jahresende zwei ihrer sechs Hauptsponsoren: Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, werden Sony und Emirates ihre Achtjahres-Verträge zum 31. Dezember auslaufen lassen.
Emirates habe dem Hamburger Nachrichtenmagazin bereits im Juni 2012 angekündigt, sein Sponsoring-Konzept neu strukturieren zu wollen. Die Zusammenarbeit der arabischen Fluggesellschaft mit der Fifa geht auf das Jahr 2006 zurück, als Emirates als erste Airline die Fußball-Weltmeisterschaft sponserte. Im Folgejahr rürckte Emirates in die erste Riege der Fifa-Sponsoren auf und wurde offizieller weltweiter Partner. Dem "Spiegel" zufolge ließ das Unternehmen sich dieses Engagement seitdem 200 Millionen Dollar kosten. Aufmerksamkeit war Emirates in dieser Zeit garantiert. Besonders in diesem Jahr: Als Mario Götze bei der WM 2014 in Brasilien das entscheidende Tor im Finale gegen Argentinien schoß, war auf der LED-Bande im Hintergrund gerade der Emirates-Schriftzug zu sehen. Das Ende der Zusammenarbeit mit der Fifa soll jedoch nicht nur auf rein wirtschaftliche Erwägungen zurückgehen: Laut "Spiegel" soll einer der wesentlichen Gründe, warum Emirates als Fifa-Sponsor aussteigt, das schlechte Image des Weltfußballverbands sein. Die Fifa sieht sich immer wieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert, zuletzt im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in das arabische Emirat Katar. Ausgerechnet von dort soll auch der Nachfolger von Emirates als Fifa-Sponsor kommen: Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke habe dem "Spiegel" zufolge bereits auf der letzten Sitzung der Finanzkommission, die die Einnahmen und Ausgabe des Verbands prüft, mitgeteilt, dass man sich in aussichtsreichen Gesprächen mit Qatar Airways befinde.

20. Deutsche Sponsoringtage

Die offiziellen Fifa-Sponsoren sehen sich zunehmend werblichen Attacken durch Wettbewerber ausgesetzt, die keine Sponsoringrechte des Weltfußballverbands besitzen. Das Thema "Ambush vs. Sponsoring: Kommt man auf dem Trittbrett auch ans Ziel?" ist eines der Themen auf den 20. Deutschen Sponsoringtagen, die am 12. und 13. November in Frankfurt am Main stattfinden. Es diskutieren Philipp Hasenbein (SPORTFIVE), Joachim Lange (Ogilvy & Mather Advertising) und Michael Lina (ARD-Werbung SALES & SERVICES). Weitere Infos zu Programm und Anmeldung unter www.conferencegroup.de/sponsoringtage14
Auch der zweite scheidende Hauptsponsor Sony hatte sich zuletzt besorgt gezeigt ob der Bestechungsvorwürfe gegen die Fifa. Der Ausstieg als Hauptsponsor stehe Fifa-intern jedoch schon seit längerem fest, weiß der "Spiegel" zu berichten. Man befinde sich mit Sony "derzeit in laufenden Gesprächen", zitiert das Nachrichtenmagazin eine Mitteilung der Fifa. Für den japanischen Elektronikkonzern, der für sein Sponsoring seit 2007 angeblich 300 Millionen Dollar an den Weltfußballverband überweisen hatte, steht mit Samsung offenbar schon ein Nachfolger in den Startlöchern. Die Koreaner hatten bereits im Umfeld der diesjährigen Weltmeisterschaft massiv mit Fußball-Themen geworben. So rekrutierte Samsung ein Team aus prominenten Fußballern, das dann in einer Kampagne gegen eine Mannschaft von Aliens antrat, um die Erde zu retten.

Zu den Hauptsponsoren der Fifa zählen neben Emirates und Sony noch Adidas, Coca-Cola, Hyundai/Kia sowie Visa. Zudem hat die Fifa zwei weitere Sponsorenebenen eingezogen, die die Sponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft bzw. Nationale Förderer umfassen. Bei Letzteren handelt es sich um lokale Unternehmen, die laut Fifa-Homepage "über Marketingrechte innerhalb des Gastgeberlandes des jeweiligen Wettbewerbs verfügen." ire
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