Ferrero-Kampagne So reagieren das Netz und der DFB auf #Kinderschokolade / Pegida distanziert sich

Mittwoch, 25. Mai 2016
Effe-Finger statt Kindergesicht: Ein Tweet des Magazins "11 Freunde"
Effe-Finger statt Kindergesicht: Ein Tweet des Magazins "11 Freunde"
Foto: Twitter/@11freunde

Der fremdenfeindliche Facebook-Beitrag eines vermeintlichen Pegida-Ablegers zur EM-Kampagne von Ferrero beschäftigt nicht nur das Netz, sondern inzwischen auch den Deutschen Fußball-Bund und selbst Pegida-Chef Lutz Bachmann. Bei Twitter loben die allermeisten User die Idee, das Gesicht auf der Kinderschokolade-Verpackung durch Jugendbilder der deutschen Nationalspieler zu ersetzen - darunter Jerôme Boateng, Lukas Podolski und Ilkay Gündogan.
Web.de zitiert aus einer Mail der Pegida-Pressestelle, wonach sich die Organisation von dem Facebook-Post distanziert. Pegida BW-Bodensee sei "seit Juni 2015 kein offizieller Ableger von Pegida sondern nutzt widerrechtlich den Namen", schrieb Pegida-Chef Lutz Bachmann der Website. In seiner Mail bezeichnete er den Beitrag über die Kinderschokolade-Aktion als "unsinnig und mit Verlaub, dumm". Inzwischen haben die Facebook-Administratoren der fraglichen Seite den Post aus der vergangenen Woche wieder entfernt.

Auch der Deutsche Fußball-Bund reagierte auf den Wirbel um die EM-Kampagne von Ferrero. Im Trainingslager der Nationalelf in Ascona sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel: "Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist eines der besten Beispiele für gelungene Integration. Und Millionen Menschen sind stolz auf diese Mannschaft, weil sie so ist, wie sie ist." Es komme beim DFB auf die Leistung an und nicht auf Religion oder Herkunft. "Und mehr sollte man zu den geschmacklosen Anmerkungen nicht sagen", so Grindel abschließend in einem Video, das der "Welt"-Reporter Lars Gartenschläger getwittert hat.

Aus den sozialen Medien kommt unterdessen eine Welle der Unterstützung für die Ferrero-Aktion und die zugehörige Werbekampagne von M&C Saatchi. Unter dem trendenden Hashtag #Cutesolidarity posten die User eigene Fotos aus ihrer Kindheit, um gegen die rassistischen Äußerungen zu protestieren. Satirische Antworten auf den vermeintlichen Pegida-Beitrag ließen ebenfalls nicht auf sich warten. fam

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