FC Bayern München Rekordmeister fährt erneut Rekordgewinn ein - und fordert mehr TV-Geld

Freitag, 27. November 2015
Bayern-CEO Karl-Heinz Rummenigge kann erneut einen Rekordgewinn vermelden
Bayern-CEO Karl-Heinz Rummenigge kann erneut einen Rekordgewinn vermelden
Foto: FC Bayern München

Der FC Bayern München hat in der Saison 2014/15 das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte eingefahren. Zwar lag der Gesamtumsatz der Münchner von 523,7 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert (528,7 Millionen Euro). Unterm Strich steht allerdings ein Gewinn von 23,8 Millionen Euro - so viel wie noch nie.
Der Umsatzrückgang erklärt sich aus den fehlenden Einnahmen aus europäischem Supercup und Weltpokal. Zur Teilnahme an beiden Wettbewerben waren die Münchner durch ihren Champions-League-Sieg im Jahre 2013 in der Saison 2013/14 berechtigt gewesen. Dennoch performte der Konzern Bayern München (konsolidiert FC Bayern München AG, Allianz Arena Stadion GmbH sowie alle weiteren Tochterunternehmen) besser als in der Vorsaison. So konnte mit einem Ebitda von 111,3 Millionen Euro erstmals die Schallmauer von 100 Millionen Euro durchbrochen werden. Der Gewinn nach Steuern legte von 16,5 Millionen Euro in der Vorsaison auf 23,8 Millionen Euro zu. "Maximaler sportlicher Erfolg bei wirtschaftlicher Solidität - das ist unsere Maxime", so Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen. Genau umgekehrt fällt die Bilanz im Kerngeschäft aus: Der Einzelabschluss der FC Bayern München AG, in der das Fußballgeschäft gebündelt ist, beläuft sich auf 485,6 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von 5,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr - allerdings ging der Gewinn nach Steuern um 1,3 Millionen Euro auf 15,1 Millionen Euro zurück.
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Bild: Wolfram Scheible

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Während die Einnahmen aus Sponsoring und Vermarktung (113,9 Millionen Euro) im Vergleich zur Vorsaison leicht rückläufig sind, bekommen die Münchner mehr Geld aus der Vermarktung von TV- und Hörfunkrechten. Diese betragen insgesamt 58,3 Millionen Euro, wobei 53,4 Millionen davon aus der Vermarktung der nationalen und internationalen Bundesliga-Rechte kommen. Allerdings ist bekannt, dass Bayern-CEO Karl-Heinz Rummenigge höhere Einnahmen aus der TV-Vermarktung anstrebt - und dafür auch neue Wege gehen möchte. So wurde er laut "Süddeutscher Zeitung" kürzlich beim Bundeskartellamt vorstellig, um die Möglichkeit einer Teilvermarktung in Eigenregie auszuloten.

Auf der Jahreshauptversammlung der Bayern, bei der die Rekordbilanz den Mitgliedern präsentiert wurde, bekräftigte Rummenigge seinen Wunsch nach höhren Einnahmen für die Bundesliga-Clubs: "Wir brauchen mehr Geld, nicht nur Bayern München, die gesamte Bundesliga braucht mehr Geld!", so der Bayern-Chef laut Nachrichtenagentur dpa. In der Pflicht sieht er hier die Deutsche Fußball Liga, die nach dem Rekorddeal in England dafür sorgen müsse, dass die deutschen Spitzenclubs im europäischen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben: "Wir haben uns in den letzten Jahren Großes aufgebaut. Und das werden wir nicht so einfach aufgeben!", so Rummenigge in Richtung DFL.
„Wir brauchen mehr Geld, nicht nur Bayern München, die gesamte Bundesliga braucht mehr Geld!“
Karl-Heinz Rummenigge
Was die Sponsoring-Einnahmen angeht, schaffen die Münchner selbst die Voraussetzungen für Wachstum: Mit Goodyear präsentierte der Verein in dieser Woche einen neuen Platin-Partner, Mitte des Jahres wurde Gigaset als Technologiepartner verpflichtet. Zudem hatte Bayern München in diesem Jahr hatte unter anderem die Verträge mit drei seiner vier Hauptpartner Hauptpartner - Telekom (2023), Adidas (2030) und Audi (2025) - langfristig verlängert. Dennoch dürfte hier in Zukunft nicht so viel zu holen sein wie im TV. ire
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