Expertencheck Mini Heimat bekommt nur durchschnittliche Noten

Freitag, 28. Februar 2014
Heimat inszeniert den Mini mit einer Kettenreaktion
Heimat inszeniert den Mini mit einer Kettenreaktion
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Expertencheck Sassenbach Advertising München Automarke


Mini arbeitet traditionell nicht mit einer Lead-Agentur zusammen. Ihre Kampagnen hat die BMW-Tochter zuletzt immer von wechselnden Agenturen wie Sassenbach Advertising und Hello, beide München, oder auch BSUR entwickeln lassen. Jetzt durfte auch die Berliner Kreativschmiede Heimat erstmals für die Automarke ran. HORIZONT.NET hat die Kampagne für den neuen Mini von Experten bewerten lassen.

Jürgen Kindervater, Geschäftsführer Brandoffice

Jürgen Kindervater, Geschäftsführer Brandoffice
Das Mini-Erstlingswerk von Heimat ist ein guter Wurf und schön anzusehen. Die Idee, Mini-Historie zum Launch des Mini der neusten Generation auf spielerische Art und Weise kommunikativ zu nutzen, sieht toll aus und kann so sicher nur von Mini kommen. Wie der Soundtrack von David Morris, unkonventionell und klassisch zu gleich – ganz Mini eben. Der interaktive Absprungpunkt auf das Webspecial ist strategisch genau richtig platziert und macht Lust aufs Klicken. Im Spot folgt eine klassische Fahrsequenz. Vielfach gesehen, vollgepackt mit Features und ziemlich erwachsen – auch das ist Mini, ein Premium-Automobil, das mehr als nur Lifestyle ist. So spannt der Spot den Bogen zwischen schöner Kreation und konventioneller Autowerbung, die vorrangig das Produkt verkaufen soll.


Klaus Brandmeyer, Geschäftsführer Brandmeyer Markenberatung

Klaus Brandmeyer, Geschäftsführer Brandmeyer Markenberatung
Die Miniwerbung bleibt sich treu: Sie thematisiert immer wieder ihre Herkunft aus den Swinging Sixties. Den Gedanken der Evolution dieses einmaligen Autos haben die Macher und Entscheider außerordentlich teuer und umständlich verpackt. Die Sprachlosigkeit des Spots tut das ihre, um die Idee zu vernebeln. Was neu und besser ist am Neuen, wird nur visuell vermittelt und eigentlich nur angedeutet. Mit dem Unterhaltungswettbewerb heute üblicher viraler Filme kann dieser Spot nicht konkurrieren; dafür ist er zu langweilig. Typische Brandmeyer-Frage: Warum ist solche Werbung soviel inhaltsärmer als die Prospekte und Webauftritte des Minis? Es gibt doch genügend Beispiele, in denen Fakten und Argumente hinreißend inszeniert werden.




Stefan Schmidt, Geschäftsführer dieckertschmidt

Stefan Schmidt, Geschäftsführer dieckertschmidt
Ich gebe dieser Ad 3 Punkte. Warum nur 3 Punkte? Die Strategie, den neuesten Mini als konsequenten Nachfolger der gesamten Mini-Idee zu beschreiben, ist toll. Der Claim "The Next Original", aus dieser Strategie kommend, ist toll. Das Design des neuen Mini (und seine Lackierung in diesem Film) ist ganz toll. Aber irgendwie - und ich kann nicht ganz genau sagen warum - lässt mich diese Ad kalt. Im Kopf hake ich alles ab. Aber bis in meinen Bauch schafft sie es leider nicht. Aber vielleicht geht's ja auch nur mir so.


Andreas Winter-Buerke, Geschäftsführer Kolle Rebbe

Andreas Winter-Buerke, Geschäftsführer Kolle Rebbe
Der Spot startet überraschend, spielerisch und perfekt umgesetzt. Danach folgen allerdings generische Fahraufnahmen in epischer Breite. Gibt es wirklich nichts Spannenderes über den neuen Mini zu erzählen? Wo bleibt das Kreative, das Unkonventionelle? Ist Mini jetzt in der Normalität angekommen? Das Treffen der Generationen haben wir gerade bei BMW viel besser gesehen, nämlich passend zur Marke in einem dynamischen Duell der 2er Coupés.
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