Exklusiv Auch Vodafone wirbt wieder mit User Generated Content

Montag, 05. Mai 2014
Alles ist erlaubt: So wirbt Vodafone um User Generated Content
Alles ist erlaubt: So wirbt Vodafone um User Generated Content

Fünf Jahre nach dem Mega-Flop der "Generation Upload"-Kampagne mit Sascha Lobo und Co wagt sich Vodafone wieder mit einer Social-Media-Kampagne in die klassischen Werbeblöcke. Ab dem morgigen Dienstag ruft der Düsseldorfer Konzern die Verbraucher dazu auf, selbst erstellten Content wie Videos und Fotos auf einer Kampagnen-Seite zu posten. Die besten Inhalte wollen Vodafone und seine Agentur Jung von Matt dann in TV-Spots verewigen. HORIZONT.NET zeigt den ersten TV-Spot sowie Plakatmotive vorab. Der neue Auftritt erinnert etwas an die Anfang des Jahres gestartete Firsts-Initiative. Beide Kampagnen zielen darauf ab, Vodafone als Technologie-Marke zu positionieren, die besondere Erlebnisse im Digitalzeitalter erst möglich macht. Der Unterschied ist, dass es sich bei den sogenannten Firsts um noch unerfüllte Kunden-Wünsche handelt, die Vodafone mit seiner technologischen Kompetenz realisiert, und dass diesmal auch klassische Medien wie TV und Außenwerbung zum Einsatz kommen.

Katzen-Content geht immer: Vodafone-Plakat
Katzen-Content geht immer: Vodafone-Plakat
Der Dreh und Angelpunkt ist gleichwohl auch diesmal im Digitalen verortet. Auf der Kampagnen-Site 4Milliarden.Vodafone.de, die am morgigen Dienstag live geschaltet wird, sollen Verbraucher in den kommenden Monaten all die Dinge posten, die ihnen wichtig sind. Und von denen sie glauben, dass sie so einzigartig, lustig oder interessant sind, dass sie es möglicherweise in einen der TV-Spots schaffen, die Vodafones frisch gekürte Mediaagentur MEC in den kommenden sechs Monaten schalten wird.

Der Name der Website ist gleichzeitig eine der wichtigsten Botschaften von Vodafone und wird auch im TV-Spot sowie auf Plakaten kommuniziert. "Vodafone investiert vier Milliarden Euro in ein noch besseres Netz und noch mehr Servicequalität", löst Vodafone-Marketer Gregor Gründgens das Rätsel um die "4 Milliarden" im konzerneigenen Blog auf. Der Konzern nehme das Geld in die Hand, damit die Verbraucher die Dinge im Netz tun können, die ihnen wichtig sind. "Was genau das ist, wissen unsere Kunden viel besser als wir, deswegen stellen wir ihren Content ins Zentrum unserer Kampagne", begründet Gründgens die Mechanik der Kampagne. Die Mitmach-Möglichkeiten für die User sollen im Laufe der Kampagne noch erweitert werden. Laut Gründgens sollen die Nutzer ab Ende Mai eigene Filmversionen erstellen und über die Plattform teilen können. "Wir machen sie also zu den Regisseuren unserer gemeinsamen Spots."

Telko-Werbung: Wenn alle dieselbe Idee haben

Auch wenn Gründgens den "4 Milliarden"-Auftritt als "Weiterentwicklung" der "Generation Upload"-Kampagne aus dem Jahr 2009 bezeichnet und damit in gewisser Weise die Urheberschaft für diese Art Werbung beansprucht: Dass sich die TV-Spots und Anzeigen der Anbieter derzeit doch viel zu sehr gleichen, ist offensichtlich. Zur Erinnerung: Es ist noch keine Woche her, dass O2 seine "Social Biopic"-Kampagne gestartet hat. Auch der Münchner Vodafone-Rivale ruft die Verbraucher dazu auf, inspirierende Geschichten in Form von Fotos und Videos zu posten - und verspricht, diese ins Kino und ins Fernsehen zu bringen. Was mit der "Real Storys"-Kampagne auch schon die Telekom tut. Auf die Idee, die Investitionen in den Netzausbau zum Werbethema zu machen, kamen die Bonner sogar schon Ende 2013. Daraus lässt sich entweder schlussfolgern, dass sich die Telko-Marken derzeit in der Werbung mit wirklich neuen Ideen schwertun. Oder dass sich die Zielgruppe in diesem Markt tatsächlich nur mit ganz wenigen Themen ködern lässt. So oder so dürfte es dem Endkunden zunehmend schwerer fallen, die Marken auseinanderzuhalten. mas
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