Ex-Chef GfK klagt gegen Wübbenhorst

Dienstag, 01. März 2016
Klaus L. Wübbenhorst
Klaus L. Wübbenhorst

Der Aufsichtsrat der GfK führt einen Schadensersatzprozess gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden und den ehemaligen Finanzvorstand des Unternehmens. Der Schaden ist im Zusammenhang mit Steuerunregelmäßigkeiten in der Türkei entstanden.
Die GfK bestätigt heute aufgrund von Medienanfragen die Klage und den laufenden Prozess. Der Aufsichtsrat verlangt von Klaus Wübbenhorst, dem früheren Vorstandsvorsitzenden der Gruppe, sowie den ehemaligen Finanzvorstand, Christian Weller von Ahlefeld, Schadensersatz. Eine erste mündliche Verhandlung fand am Landgericht Nürnberg-Fürth statt. Parallel zum laufenden Gerichtsverfahren werden Vergleichsverhandlungen geführt.  Die Untersuchung der Unregelmäßigkeiten in der Türkei wurde Ende 2012 vom aktuellen Vorstand eingeleitet und mit externen, unabhängigen Beratern in der Türkei und Deutschland durchgeführt. Nach Auffassung von GfK haben die Beklagten ihre gesetzlichen Aufsichts- und Sorgfaltspflichten verletzt. Im Zeitraum, in dem sich diese Pflichtverletzungen ereigneten bzw. in dem GfK Schäden entstanden sind, war Wübbenhorst der für die Türkei zuständige Vorstand und der Vorsitzende des Verwaltungsrats der GfK Türkei. Weller von Ahlefeld war damals der für Finanz- und Kontrollsysteme verantwortliche Vorstand. 

„Wie früher bereits kommuniziert, hat GfK die Vorfälle in der Türkei sorgfältig untersucht. Auf der Grundlage der umfangreichen externen und internen Untersuchungen ist der Aufsichtsrat gezwungen, Schadensersatz für die Schäden geltend zu machen, die dem Unternehmen durch die beklagten ehemaligen Vorstandsmitglieder entstanden sind,“ sagt Arno Mahlert, Vorsitzender des Aufsichtsrats der GfK SE. 

Diese Entwicklungen habe keine Auswirkungen auf das derzeitige Geschäft von GfK in der Türkei, teilte das Unternehmen mit. Kunden sind von den Steuerunregelmäßigkeiten nicht betroffen gewesen. Die Unregelmäßigkeiten bezogen sich auf die organisatorische Aufstellung und Abwicklung des Geschäfts, nicht auf die Kundenbeziehungen. hed
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