Empfehlungsmarketing Wie Trnd mit Mitmach-Marketing die Werbung revolutionieren will

Montag, 22. Februar 2016
Torsten Wohlrab ist Mitgründer von Trnd und heute CEO
Torsten Wohlrab ist Mitgründer von Trnd und heute CEO
Foto: Trnd
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Trnd Empfehlungsmarketing Torsten Wohlrab Gruner + Jahr


Seit 2005 vermittelt die Plattform Trnd Kampagnen für "Collaborative Marketing" zwischen Produzenten und Konsumenten - und will damit nichts weniger als die Werbestrategie großer Firmen und Marken neu erfinden. Mit dem klassischen Empfehlungsmarketing hat das Unternehmen eine altbewährte Methode in die digitale Ära übersetzt. HORIZONT Online stellt das Geschäftsmodell vor.
Trnd vermittelt Kampagnen für Word-of-Mouth-Marketing, kurz WoMM, zwischen Werbungtreibenden und Verbrauchern. Letztere testen neue oder bereits etablierte Produkte, geben dem Hersteller Feedback und berichten ihren Freunden und Bekannten darüber. "Das Weitererzählen von Informationen ist eine uralte Sache. Wir haben ein Instrumentarium entwickelt, um diesen natürlichen Effekt für Unternehmen plan- und messbar zu machen", erläutert Torsten Wohlrab, Mitgründer von Trnd und mittlerweile CEO eines europaweiten Konzerns mit Niederlassungen in acht Ländern und rund 200 Mitarbeitern. Mittlerweile gehört das Unternehmen mehrheitlich dem Medienhaus Gruner + Jahr, kürzlich stockten die Hamburger ihren Anteil auf 75 Prozent auf.

Collaborative Marketing

Collaborative Marketing (CM) meint die Integration des Kunden als aktiver "Marketing-Mitarbeiter". Produzenten und Konsumenten agieren dabei auf Augenhöhe und geben sich gegenseitig Feedback. Eine CM-Disziplin ist das Word-of-Mouth-Marketing. Weil Verbraucher zunehmend für Empfehlungen von Freunden oder Bekannten empfänglich sind, ist es für Unternehmen ratsam, die persönliche Kommunikation zu ihren Produkten zu initiieren.
1,8 Millionen Mitglieder hat die Community heute europaweit, 700.000 davon im deutschsprachigen Raum. Zwei Drittel sind weiblich, im Schnitt 33 Jahre alt. Das Kapital von Trnd sind ihre Daten, die "auf keinen Fall" (Wohlrab) weitergegeben werden. Von den Werbungtreibenden wird WoMM inzwischen sehr ernst genommen. Zu Recht: Denn wo die Möglichkeiten von Paid Media aus verschiedenen Gründen limitiert sind, wächst die Bedeutung von Owned und Earned. Laut einer Nielsen-Studie vertrauen 83 Prozent der Menschen Empfehlungen aus ihrem persönlichen Umfeld. Und zwei Drittel geben an, dass sie Kundenbewertungen im Internet Vertrauen schenken, Tendenz steigend. Für die Gattung spricht, dass Werbungtreibende WoMM-Kampagnen für vergleichsweise kleines Geld realisieren können. "Dabei sind die Streuverluste relativ gering", sagt Wohlrab. Die Menschen sprechen in der Regel mit ebenfalls Interessierten über die Produkte, werden so zu aktiven Markenbotschaftern. Die Kunst liegt dann darin, die Empfehlungen im Rahmen der eigenen Ziele wirksam zu nutzen. In vielen Unternehmen finden deshalb Kampagnen, die das Weitererzählen initiieren, mittlerweile ihren festen Platz im Marketing- und Mediaplan.

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Bei Trnd haben bereits fast alle großen FMCG-Konzerne Projekte gestartet, darunter Unilever, Beiersdorf, Procter & Gamble, Nestlé, L’Oréal und Henkel. Sie buchen Kampagnen, um ihre Produkte bekannter zu machen oder deren Online-Sichtbarkeit zu steigern - etwa über die Einbeziehung markenaffiner Influencer. Auch bei Produktentwicklungen und -piloten setzen manche Firmen inzwischen auf die Kraft der Tester. Dieses Portfolio bietet Trnd auch als White-Label-Lösungen an. Werbungtreibende können WoMM so in das Customer-Relationship-Management (CRM) auf ihren eigenen Plattformen integrieren - Stichwort Owned Media. fam
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