"Emoji - Der Film" Eine Mischung aus Pädagogik-Kampagne und Schleichwerbung

Montag, 31. Juli 2017
"Emoji - Der Film" startet am 3. August in den deutschen Kinos
"Emoji - Der Film" startet am 3. August in den deutschen Kinos
Foto: Sony Picture Animation/CTMG
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Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Animationsfilm Emojis zum Leben erweckt. Schließlich sind sie in unserer Kommunikation allgegenwärtig. Doch dieser Film hinterlässt am Ende vor allem einen Gedanken: Wären die Emojis doch mal lieber still geblieben.

Gegenständen Leben einzuhauchen, kann der Ausgang für eine tolle Geschichte sein. Bei dem Film "Toy Story" zum Beispiel hat das sehr gut geklappt. Seitdem haben Regisseure in Animations- oder Trickfilmen alle möglichen Dinge sprechen lassen: Autos etwa, Hotdog-Würstchen oder Legosteine. Und jetzt Emojis. "Emoji - Der Film" spielt im Inneren eines Smartphones, in der Stadt Textopolis.

Dort leben die Emojis, die sich nichts mehr wünschen als von ihrem Besitzer Alex für eine Nachricht ausgewählt zu werden. Doch Gene, eines der Emojis, ist kaputt: Er wurde ohne Filter geboren und ist nicht auf einen Gesichtsausdruck festgelegt. Um ein gewöhnlicher Emoji zu werden, begibt er sich mit zwei Freunden auf eine Reise quer durch alle Apps auf Alex' Handy.

Gene sollte eigentlich ein "Meh"-Gesicht sein: immer lustlos und desinteressiert. Doch dafür ist er von den kleinen Dingen in seinem Umfeld viel zu begeistert. Weil auf ihn als "Meh"-Gesicht deswegen kein Verlass ist, möchte die Herrscherin von Textopolis - ein pink geschminktes Grinsegesicht - ihn löschen lassen.

Sie beauftragt schwarze Virus-Roboter, ihn zu töten: Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt. Eigentlich könnte das der Plot für einen ziemlich witzigen Film sein.

Eigentlich. Doch "Emoji - Der Film" ist über weite Strecken eine ziemlich mühsame Angelegenheit. Das liegt zum einen daran, dass es hier keine schrägen Charaktere gibt. Einzig der Emoji Hi-5 - eine Hand, zum Abklatschen bereit - sorgt für einige Lacher. Die anderen Figuren bleiben das, was Emojis nunmal sind: eindimensional.

Darüber hinaus wirkt der Film oft wie ein schlecht getarntes Werbevideo für Spotify, YouTube und andere Unternehmen. Denn in diesen Apps haben die Emojis natürlich ordentlich Spaß.

Es stellt sich die Frage, ob die Filmemacher - Regisseur Tony Leondis, der mit Eric Siegel und Mike White zusammen das Drehbuch geschrieben hat - wirklich wissen, was in der Welt ihres jungen Zielpublikums so abgeht. Etwa, wenn Hi-5 in großmütterlichem Ton erklärt: "Im Internet weiß man nie, ob etwas ironisch gemeint ist." Oder in Bezug auf Facebook: "Ich glaube, ich hätte lieber einen echten Freund."

Die permanenten Hinweise darauf, dass es sich lohnen würde, öfter mal im "echten Leben" vorbeizuschauen, sind gut gemeint. Genauso wie die "Sei du selbst"-Botschaft des Films. Am Ende merkt Gene - natürlich - dass es vielleicht doch ganz cool ist, nicht so zu sein wie alle anderen. Doch da hätte man dem Publikum mehr zutrauen können. So wirkt "Emoji - der Film" am Ende leider wie eine Mischung aus Pädagogik-Kampagne und schlecht getarnter Schleichwerbung. dpa

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