"Ein Skandal sondergleichen" Wie Sodastream doch noch beim Super Bowl mitspielen will

Dienstag, 28. Januar 2014
Ist Coke und Pepsi ein Dorn im Auge: Sodastream-Testimonial Scarlett Johansson
Ist Coke und Pepsi ein Dorn im Auge: Sodastream-Testimonial Scarlett Johansson

Und jährlich grüßt der Zensor: Gestern wurde Sodastream darüber informiert, dass der US-Sender Fox den eigens für den Super Bowl kreierten TV-Spot mit Scarlett Johansson am Sonntag nicht auszustrahlen gedenkt. Damit will der Sender offenbar die Interessen der Großsponsoren Pepsi und Coca-Cola schützen, die von Intimfeind Sodastream immer wieder gern auf die Schippe genommen werden. Sodastream kritisiert die Entscheidung aufs Schärfste und setzt alle Hebel in Bewegung, um doch noch beim Super Bowl präsent zu sein. Dass Fox Sodastream aus dem wohl reichweitenstärksten TV-Event des Jahres verbannt, hat wohl mit nur vier Worten zu tun: "Sorry, Coke and Pepsi", haucht Testimonial Scarlett Johansson in dem Commercial den Zuschauern entgegen, nachdem sie Sodastream als smarte und umweltfreundlichere Alternative zu den großen Getränkekonzernen präsentiert hat. Das reicht für Fox offenbar schon, um den Spot aus dem Programm zu verbannen.

CEO Daniel Birnbaum: Als Amerikaner enttäuscht mich diese Art von Zensur sehr. Das sind Dinge, die normalerweise nur in China passieren.“
Bei Sodastream fühlt man sich wie im falschen Film. "Als Amerikaner enttäuscht mich diese Art von Zensur sehr. Das sind Dinge, die normalerweise nur in China passieren", schimpft CEO Daniel Birnbaum. Kein Verständnis für die Verbannung des Commercials hat auch Henner Rinsche, Sodastream-Chef in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz. "Wenn Werbungtreibende in Deutschland gezwungen wären, ihre TV-Spots vor großen Sportereignissen vorab einzusenden, und sogar damit rechnen müssten, dass diese dann aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt werden, wäre das ein Skandal sondergleichen", sagt Rinsche gegenüber HORIZONT.NET.

Gleichwohl hat Sodastream noch nicht die Hoffnung aufgegeben, am Sonntag beim Finale der NFL dabei zu sein. Der Trinkwassersprudler-Hersteller wird seinen Spot überarbeiten und erneut einreichen. Rinsche geht davon aus, dass der Scarlett-Johansson-Spot am Sonntag beim Super Bowl leicht modifiziert zu sehen sein wird. "Unsere Kollegen in den USA werden da schon kreativ sein , so Rinsche.

Probleme auch im Jahr 2013

Sodastream muss nicht zum ersten Mal um seine Präsenz beim Super Bowl fürchten. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Sender CBS den Spot "Game Changer" aus den Werbeblöcken verbannt. In dem Commercial, das wie das aktuelle von Werbeguru Alex Bogusky kreiert wurde, ließ Sodastream die PET-Flaschen von Coca-Cola und Pepsi explodieren. mas
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