Edelman Trust Barometer Nur neun Prozent der Deutschen hätten Trump gewählt

Freitag, 14. Juli 2017
Nur 9 Prozent hätten sich bei der US-Wahl im vergangenen Jahr für Donald Trump entschieden
Nur 9 Prozent hätten sich bei der US-Wahl im vergangenen Jahr für Donald Trump entschieden
Foto: Twitter/@realDonaldTrump

Im Jahr 2016 gab es politische Weichenstellungen, die zuvor nur wenige für möglich gehalten hätten. Sowohl der Brexit als auch der Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump fallen in diese Kategorie. Der (rein hypothetischen) Frage, wie die Deutschen bei der US-Wahl und der Volksabstimmung in Großbritannien entschieden hätten, ist Edelman auf den Grund gegangen. Eine Sonderauswertung des "Edelman Trust Barometer" zeigt, dass die Deutschen weder den Brexit noch die Wahl von Trump gut heißen. Für den französischen Präsidenten Macron hätten sie ihre Stimme hingegen abgegeben.
Wenn es nach den Deutschen ginge, bliebe Großbritannien in der EU
Wenn es nach den Deutschen ginge, bliebe Großbritannien in der EU (Bild: Edelman)

Erkenntnis Nummer 1 der Befragung: Den Brexit hätte es nicht gegeben, wenn es nach den Deutschen gegangen wäre. Zwei Drittel der Deutschen hätten für ein Verbleiben Großbritanniens in der Europäischen Union gestimmt. Viele der Befragten befürchten zwar keine negativen Folgen für sich selbst, aber für Großbritannien - zum Beispiel in der Wirtschaft (61 Prozent) oder Großbritanniens Einfluss in der Welt (54 Prozent).
Nur 9 Prozent der Deutschen hätten Donald Trump gewählt
Nur 9 Prozent der Deutschen hätten Donald Trump gewählt (Bild: Edelman)
Im Fall von US-Präsident Donald Trump ist die Ablehnung noch deutlicher. Nur neun Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer hätten sich bei der Wahl Trump gegen Clinton für den Milliardär entschieden. Dem gegenüber stehen 65 Prozent, die Clinton ihre Stimme gegeben häten.
Von Macron halten die Deutschen viel, sie erwarten positive Konsequenzen seiner Präsidentschaft
Von Macron halten die Deutschen viel, sie erwarten positive Konsequenzen seiner Präsidentschaft (Bild: Edelman)
Den französischen Präsidenten Emmanuel Macron mögen die Deutschen offenbar lieber. Sie erwarten nämlich positive Folgen seines Wahlsieges, etwa auf die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich (60 Prozent) oder auf die politische Stabilität des Kontinents (59 Prozent).
Die Deutschen halten viel von der EU
Die Deutschen halten viel von der EU (Bild: Edelman)
Auch ein "Gerxit" wäre hierzulande nicht denkbar, wenn die befragten Deutschen entscheiden dürften. 63 Prozent halten die EU für unverzichtbar für die politische und wirtschaftliche Stabilität Europas. Trotzdem sehen ganze 70 Prozent Handlungsbedarf am Konzept der EU. Sie meinen, dass die Gemeinschaft einschneidende Reformen brauche, um ihr Überleben zu sichern.

"Die Ergebnisse zeigen eine sehr differenzierte Weltsicht und große Sehnsucht nach Stabilität", deutet Susanne Marell, CEO von Edelman.ergo, die Umfrageergebnisse. "Als Kommunikationsexperten empfehlen wir Politik und Unternehmen hier anzusetzen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Sie müssen zeigen, wie sie ihre Verantwortung zum Funktionieren des Gemeinwesens wahrnehmen".

In der jährlichen Befragung "Edelman Trust Barometer" wurden die Teilnehmer nach ihrer Meinung zu den Themen Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisation (NGOs), Wirtschaft und Medien befragt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 25-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 13. Oktober und 16. November 2016. Insgesamt wurden in 28 Ländern jeweils 1.150 Personen über 18 Jahre aus der allgemeinen Bevölkerung sowie 200 weitere (USA und China: 500) Meinungsführer im Alter von 25 bis 64 Jahren. In Deutschland fand zusätzlich zwischen dem 11. und 26. Mai 2017 eine Online-Sonderbefragung mit 1.151 Befragten und zusätzlich 250 Bürgern und Bürgerinnen aus Nordrhein-Westfalen statt. Um die Ergebnisse dieser Befragung geht es in diesem Text.  bre
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